Archivierter Artikel vom 30.09.2011, 10:00 Uhr
Ludwigshafen

Nicht nur Amseln: Tropenvirus tötet auch Stare und Spatzen

Das tropische Usutu-Virus hat nicht nur ein Amselsterben in Süddeutschland ausgelöst. Wissenschaftler vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut (BNI) haben das Virus bei einem Star und einem Spatz sowie zwei Kanarienvögeln nachgewiesen.

Spatzen im Regen
Zwei Spatzen suchen unter der nassen Sitzfläche eines Gartenstuhls Schutz.
Foto: DPA

Ludwigshafen – Das tropische Usutu-Virus hat nicht nur ein Amselsterben in Süddeutschland ausgelöst, sondern auch andere Vögel getötet.

Wissenschaftler vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut (BNI) haben das Virus bei einem Star und einem Spatz aus Ludwigshafen sowie zwei Kanarienvögeln nachgewiesen. „Die Ergebnisse sind schon erstaunlich, aber nicht absolut unerwartet“, sagt Virologe Jonas Schmidt-Chanasit.

Mitte September war das von Stechmücken übertragene Virus erstmals bei toten Amseln nachgewiesen worden. Bei rund 80 Prozent der untersuchten Amseln war der Befund seitdem positiv. Weitere Vogelarten werden noch getestet. Die erkrankten Tiere kamen aus Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg. „Die Situation ist nicht dramatisch, aber wir sollten sie weiterbeobachten.“ Bei einem Vogelsterben 2001 in Österreich seien die Tiere nach einigen Jahren gegen das Usutu-Virus resistent geworden. Auch Menschen können sich anstecken, im BNI waren jedoch alle untersuchten menschlichen Proben negativ.