Archivierter Artikel vom 21.05.2015, 17:49 Uhr
Cape Canaveral

Mini-Shuttle: US-Luftwaffe schickt erneut geheimnisumwobenes Raumflugzeug ins All

Das Raumschiff sieht aus wie eine Mini-Version der berühmten, ausgemusterten Space Shuttle. Doch das X-37B der US-Luftwaffe hat keine Menschen an Bord. Und was der Gleiter eigentlich genau macht da oben im Weltall, ist weitgehend unbekannt.

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Ein „X- 37B Orbital Test Vehicle“ (OTV) nach der Landung auf dem Luftwaffenstützpunkt Vandenberg in Kalifornien.
Ein „X- 37B Orbital Test Vehicle“ (OTV) nach der Landung auf dem Luftwaffenstützpunkt Vandenberg in Kalifornien.
Foto: Boing/dpa
Die US-Luftwaffe hat ihr geheimnisumwobenes Raumflugzeug X-37B zum vierten Mal ins All geschickt. Der unbemannte Mini-Shuttle hob am Mittwoch vom Weltraumbahnhof der US Air Force in Cape Canaveral (Florida) mit Hilfe einer Atlas-Rakete in den Weltraum ab.
Nanosatelliten an Bord

An Bord waren nach Militärangaben unter anderem mehrere sogenannte Nanosatelliten, also Kleinstsatelliten, die umgehend ausgesetzt worden seien. Eines der Einsatzziele sei unter anderem der Test eines 32 Quadratmeter großen Solarsegels für den Antrieb von Raumschiffen durch Sonnenenergie.

Das von Boeing federführend entwickelte Roboter-Gefährt erinnert optisch an die ausgemusterte bemannte Raumfähre (“Space Shuttle„), ist mit nicht einmal neun Metern Länge aber viel kleiner. Sein vorheriger Einsatz endete im Oktober 2014 erst nach einem fast zweijährigen geheimen Erprobungseinsatz im All. Diesmal solle unter anderem auch ein neu installiertes, energiesparendes Antriebssystem ausprobiert werden.

Air Force hält sich mit Auskünften zurück

Die Luftwaffe bezeichnet die Drohne als Experimentalgleiter zur Erprobung von Leit-, Navigations- und Kontrollsystemen, Avionik, automatischer Landung und Systemen zum Rückholen von Weltraumexperimenten auf die Erde. Ansonsten gibt sie aber kaum Auskünfte über den Zweck des Raumschiffs.

Experten spekulierten, die X-37B könne auch zum “Einsammeln" feindlicher wie eigener Satelliten eingesetzt werden oder Spähgeräte an Bord haben. Andere sehen in ihr nur ein Gerät zum Entwickeln automatisch gesteuerter Raumfähren.

dpa