Metastudie: Alte Regenwälder unersetzlich für den Erhalt der Artenvielfalt

Regenwald
Regenwald in Brasilien. Schätzungsweise 8,7 Millionen Arten leben auf der Erde - den Großteil davon hat der Mensch noch nie zu Gesicht bekommen. Foto: DPA

Singapur (Singapur) – Die alten, unberührten tropischen Regenwälder sind unersetzlich. Sie müssen dringend geschützt werden, um die tropische Artenvielfalt zu erhalten. Dagegen stellen so genannte Sekundärwälder, die sich nach menschlichen Eingriffen oder gar der Zerstörung des ursprünglichen Primärwaldes entwickeln, keine brauchbare Alternative für diesen Zweck dar.

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Singapur (Singapur) – Die alten, unberührten tropischen Regenwälder sind unersetzlich. Sie müssen dringend geschützt werden, um die tropische Artenvielfalt zu erhalten. Dagegen stellen so genannte Sekundärwälder, die sich nach menschlichen Eingriffen oder gar der Zerstörung des ursprünglichen Primärwaldes entwickeln, keine brauchbare Alternative für diesen Zweck dar. Zu diesem Ergebnis kommt ein Team internationaler Forscher nach einer umfassenden Metaanalyse bestehender Studien zu der Thematik. Die meisten Formen des Abbaus der Wälder haben demzufolge immense schädliche Auswirkungen auf die Artenvielfalt in den Tropen, berichten die Biologen im Fachblatt „Nature“.

Regenwaldzerstörung
Zerstörter Regenwald: Insgesamt beträgt die Waldfläche der Erde heute nur noch vier Milliarden Hektar. (Archivbild).
Foto: DPA

„Manche Wissenschaftler hatten unlängst argumentiert, dass abgebaute tropische Regenwälder ein hohes Ausmaß an Biodiversität fördern“, sagt Luke Gibson von der National University of Singapore. „Unsere Studie zeigt, dass dies nur selten der Fall ist. Es gibt keinen Ersatz für Primärwälder.“ Alle massiveren Formen von Störungen reduzierten ausnahmslos die Biodiversität in tropischen Wäldern. Gibson und seine Kollegen hatten die Erkenntnisse aus 138 Studien in 28 tropischen Ländern analysiert, die sich mit dieser Thematik auseinandergesetzt hatten. Die Biologen verglichen die Zahl der Arten in Primärwäldern mit der in sich wieder erneuernden und stark durch Rodung und Landwirtschaft geschädigten Wäldern.

Überall war die Biodiversität in gestörten Wäldern eindeutig geringer. Das Ausmaß der Schädigungen ist unter anderem abhängig von der geographischen Region und der Art der Störung. Besonders stark betroffen von Abholzung und Artenschwund sind die tropischen Regenwälder in Südostasien. Die Anlage von Parks sind den Erkenntnissen der Forscher zufolge eine weniger gute Methode für den Schutz der Artenvielfalt. Das kleinere Übel scheint noch selektive Abholzung zu sein, bei der nur eine begrenzte Anzahl von Bäumen aus dem Wald entfernt wird. Die ökologische Wiederaufforstung solcher Gebiete, sagt Co-Autor Lian Pin Koh von der ETH Zürich, könne eine effektive Strategie sein, die Bedrohung abzuschwächen.