Archivierter Artikel vom 02.10.2014, 16:47 Uhr
Reykjavik

Magmaglühen trifft Polarlicht: Wie Hordur Finnbogason das Foto seines Lebens schoss

Er hatte das intensive grüne Lichtern von Polarlichtern und das feurige Rot des Vulkanausbruchs vor seinen Augen – und vor seiner Kamera. Ein spektakuläres Bild aus Island und seine Geschichte.

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Feuer und Polarlichter. Das Bild ist mit einer Canon EOS 6D bei 30 Sekunden Belichtungszeit und  ISO 3200 entstanden und nachbearbeitet. Bild: Hordur Finnbogason/<a href="http://www.sagatravel.is/" target="_blank">Saga Travel</a>
Feuer und Polarlichter. Das Bild ist mit einer Canon EOS 6D bei 30 Sekunden Belichtungszeit und ISO 3200 entstanden und nachbearbeitet. Bild: Hordur Finnbogason/Saga Travel

Von unserem Redakteur Lars Wienand

Isländer begegnen Naturwundern fast auf Schritt und Tritt und sind so leicht nicht zu beeindrucken, und Hordur Finnbogason ist als Guide bei einem Tourenveranstalter viel unterwegs, um Touristen atemberaubende Anblicke zu bieten. Aber der Abend mit dem Himmel, das ließ ihn dann doch nicht kalt: „Auch wenn ich gebürtig aus Nordisland bin, war es wirklich ein unglaublicher Moment“, erklärte er unserer Zeitung.

Ein Moment, den er eingefangen hat und der jetzt das Netz verzaubert, weil das Foto zwei ebenso eindrucksvolle wie gewaltige Naturphänomene verbindet. In den Netzwerken macht Finnbogasons Bild vom Himmel über Island die Runde. Das Polarlicht hoch am Himmel trifft auf das Glühen aus der Tiefe der Erde. Der Fotograf hatte vorher wenig Hoffnung, dass ihm die Aufnahme gelingen könnte.

Hordur Finnbogason war am 16. September unterwegs zu einer Fahrt mit Tourenveranstalter Saga Travel. Seit dem 28. August hat die Wintersaison begonnen, das Unternehmen fährt Gäste zu Plätzen abseits von jedem künstlichen Licht, beste Bedingungen, um Polarlichter zu sehen. Um 22 Uhr geht es auch an diesem Tag los. Finnbogason, der auch für eine Facebookseite Polarlichter fotografiert, musste eine Weile auf das warten, was an diesem Abend geschieht.

Die Fahrten führen durch Vulkanlandschaft nordöstlich des Lavafelds Holuhraun, wo aus Spalten Magma des Riesenvulkans Bardarbunga spritzt und strömt. Nordöstlich; da liegt eigentlich das Problem: Der Blick zur Lava geht also nach Süden. Und die Polarlichter stehen auch hier gewöhnlich am nördlichen Himmel.

Polarlichter aus dem All, fotografiert vom deutschen Astronauten Alexander Gerst: "Ich hätte mir nie träumen lassen, mal durch eine Aurora zu fliegen", <a href="https://twitter.com/Astro_Alex/status/498194539723894785">twitterte</a> er aus dem All zu dem Bild. "Ich habe mir einen Wunsch überlegt, könnte ja sein, dass es da eine noch unbekannte Regel gibt." Bei Polarlichtern treffen geladene Teilchen des Sonnenwindes auf die Atmosphäre. Die Farbe hängt maßgeblich davon ab, welche Atome in welchen Höhen angeregt werden. Grünes Leuchten entsteht in etwa 100 Kilometer Höhe durch angeregte Sauerstoffatome.
Polarlichter aus dem All, fotografiert vom deutschen Astronauten Alexander Gerst: „Ich hätte mir nie träumen lassen, mal durch eine Aurora zu fliegen“, twitterte er aus dem All zu dem Bild. „Ich habe mir einen Wunsch überlegt, könnte ja sein, dass es da eine noch unbekannte Regel gibt.“ Bei Polarlichtern treffen geladene Teilchen des Sonnenwindes auf die Atmosphäre. Die Farbe hängt maßgeblich davon ab, welche Atome in welchen Höhen angeregt werden. Grünes Leuchten entsteht in etwa 100 Kilometer Höhe durch angeregte Sauerstoffatome.

Aber an diesem Abend ist es anders. „Es passierte! Die Nordlichter begannen ihre Show – und sie wanderten südwärts.“ Immer näher rückten glühendes Rot und leuchtendes Grün. „Als Fotograf fühlte es sich unglaublich an, dass es wirklich wurde. Und dazu Wolken, die den Eindruck noch verstärkten.“ Hordur Finnbogason hat das Foto seines Lebens gemacht.

Autor:
Lars Wienand
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