Archivierter Artikel vom 11.11.2016, 14:25 Uhr
Washington

Groß wie ein Schwan: Mini-Satelliten blicken ins Herz von Hurrikanen

Tropische Wirbelstürme werden wegen des Klimawandels in Zukunft regional häufiger auftreten. Kleine Wettersatelliten sollen helfen, ihren Verlauf besser zu berechnen.

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Die Illustration zeigt einen von der Nasa entwickelten Mini- Satelliten mit der Bezeichnung „Cyclon Global Navigation Satellite System“ (CYGNNS) im Weltraum über einem Hurrican auf der Erde fliegend. Acht dieser rund 30 Kilogramm schweren  Mini- Satelliten will die Nasa zur Vorhersage gefährlicher tropischer Stürme einsetzen. Jeder Satellit ist mit entfalteten Solarpaddeln etwa so groß wie ein Schwan.
Die Illustration zeigt einen von der Nasa entwickelten Mini- Satelliten mit der Bezeichnung „Cyclon Global Navigation Satellite System“ (CYGNNS) im Weltraum über einem Hurrican auf der Erde fliegend. Acht dieser rund 30 Kilogramm schweren Mini- Satelliten will die Nasa zur Vorhersage gefährlicher tropischer Stürme einsetzen. Jeder Satellit ist mit entfalteten Solarpaddeln etwa so groß wie ein Schwan.
Foto: dpa

Mit einer Flotte von acht Mini-Satelliten will die Nasa die Vorhersage gefährlicher tropischer Stürme verbessern. Auch über den Verlauf und die Intensität von Hurrikanen sollen die Satelliten detaillierter Auskunft geben als bisher möglich – unter anderem, indem sie ins Auge des Sturms und durch seine massiven Regenwände hindurchblicken.

Am 12. Dezember soll das “Cyclon Global Navigation Satellite System„ (CYGNNS) vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral aus an Bord einer Trägerrakete in eine erdnahe Umlaufbahn gebracht werden, kündigte die US-Raumfahrtbehörde am Donnerstag (Ortszeit) an. “Das ist die allererste Mission dieser Art„, sagte Thomas Zurbuchen, Nasa-Geschäftsführer für Wissenschaftsmissionen.

Leichtgewichte

Die Mini-Satelliten, die nur 30 Kilogramm wiegen und sich auf die Größe eines Schwans entfalten, arbeiten mit direkten und reflektierten GPS-Signalen. Sie können auf diese Art Windgeschwindigkeiten und Wellenhöhe an der Meeresoberfläche messen, die konventionellen Wettersatelliten unter dem dichten Wall aus Starkregen und Gewitterwolken, der sogenannten Augenwand des Sturms, verborgen bleiben.

Zwei Ingenieure arbeiten im Southwest Research Institute in San Antonio (USA) an den ersten von insgesamt acht von der Nasa entwickelten Mini- Satelliten mit der Bezeichnung „Cyclon Global Navigation Satellite System“ (CYGNNS).
Zwei Ingenieure arbeiten im Southwest Research Institute in San Antonio (USA) an den ersten von insgesamt acht von der Nasa entwickelten Mini- Satelliten mit der Bezeichnung „Cyclon Global Navigation Satellite System“ (CYGNNS).
Foto: dpa

“Derzeit können wir nicht sehen, was unter dem Regen geschieht„, erläuterte der leitende CYGNSS-Forscher Chris Ruf von der University of Michigan in Ann Arbor. “Wir können nur den Wind außerhalb der Sturmzelle messen. Aber wir haben eine Wissenslücke über die Prozesse in der kritischen Augenwand des Sturms. Und diese Lücke werden die CYGNSS-Daten füllen."

32 Windmessungen pro Sekunde

Hinzu kommt: Während ein großer Satellit nur einmal in 24 Stunden an einer Stelle vorbeifliegt, sammeln die auf der Umlaufbahn verteilten Minisatelliten dort etwa alle sieben Stunden neue Daten ein. Das erlaubt Neueinschätzungen in kürzeren Zeitabständen. Die gesamte Flotte macht auf ihrem Weg entlang tropischer Breitengrade insgesamt 32 Windmessungen pro Sekunde.

dpa