Archivierter Artikel vom 08.09.2010, 17:45 Uhr
Madrid

Es flutscht in Madrid: Panda-Geburt im Video

Im Madrider Zoo sind erstmals seit 28 Jahren zwei Panda-Babys geboren worden. Die Tierkinder kamen nach Angaben des Zoos im Abstand von rund anderthalb Stunden zur Welt. Ein Video zeigt den Geburtsakt.

Lesezeit: 2 Minuten
Nachwuchs der Spezies "Großer Panda" ganz klein: Ein Mitarbeiter des Madrider Zoos gibt einem der beiden neugeborenen Pandas die Flasche. Foto: Zoo Madrid
Nachwuchs der Spezies „Großer Panda“ ganz klein: Ein Mitarbeiter des Madrider Zoos gibt einem der beiden neugeborenen Pandas die Flasche.
Foto: Zoo Madrid

Madrid – Im Madrider Zoo sind erstmals seit 28 Jahren zwei Panda-Babys geboren worden. Die Tierkinder kamen nach Angaben des Zoos im Abstand von rund anderthalb Stunden zur Welt. Ein Video des Zoos dokumentiert den Moment der Geburt und zeigt, wie der zweite Bär mit einem Riesensatz im hohen Bogen zur Welt kommt, blind auf den Boden klatscht und sich dann dort entlang schlängelt. Zuvor ist zu sehen, wie sie sich Mutter vorsichtig um das zuerst geborene winzige Baby kümmert.

Wie der Zoo weiter mitteilte, waren die Baby-Bären so klein, dass die Tierärzte noch nicht ihr Geschlecht feststellen konnten. In seinem Blog hat der Zoo ein Bild veröffentlicht, das Zoopersonal beim Füttern eines der Panda-Babys mit einem Fläschchen zeigt. Die winzigen Geschöpfe wogen jeweils 150 Gramm – und sind damit für Panda-Neugeborene sogar noch vergleichsweise schwer. Sie haben aber noch einiges an Gewicht zuzulegen, bis sie einmal so viel auf die Waage bringen wie ihre Eltern: Die 2003 geborene Mutter Hua Zuiba bringt es auf mehr als 90 Kilo, der drei Jahre ältere Vater wiegt rund 140 Kilo. Hua Zui Ba war am 25. April mit dem Samen ihres Zoo-Mitbewohners künstlich befruchtet worden.

Die Geburt von Pandabären in europäischen Zoos ist äußerst selten. Der Tiergarten Schönbrunn in Wien ist der einige Zoo in Europa, in dem zweimal natürlich gezeugte Pandababys zur Welt kamen. Die bis dahin letzte Geburt eines Pandas im Zoo Madrid war 1982 zugleich das erste Mal, dass in Europa gezeugter Pandanachwuchs zur Welt kam. Chu Lin wurde aber nur 14 Jahre alt, ein Zwilling starb, ehe das Tier einen Namen erhalten hatte. Der älteste in Gefangenschaft lebende Große Panda ist der 32-jährige Bao Bao, zugleich eine der Attraktionen des Berliner Zoos.

Die Lebenserwartung von Pandas außerhalb von Zoos und Tierparks ist bislang noch nicht erforscht. Der Bestand von Pandas in freier Wildbahn in ihrer chinesischen Heimat wird auf maximal 3000 Tiere geschätzt.

Das Video von der Geburt:

Große Popularität auf der Videoplattform YouTube hat das Video eines niesenden Panda-Jungen erlangt, das damit seine Mutter erschrocken zusammenzucken lässt. Die bereits vor einigen Jahren gemachten Aufnahmen eines sechs Wochen alten Bären wurden inzwischen mehr als 100 Millionen Mal abgerufen. Auf der australischen Seite sneezingbabypanda.com ist die Geschichte von der Entstehung zu lesen. Demnach wurde der Streifen von australischen Tierfilmern in einer Aufzuchtstation in China gedreht. Die Geschichte hat alleridngs ein trauriges Ende: Nach Angaben der Tierfilmer wurde die Panda-Mutter 2008 bei einem Erdbeben getötet – in dem Video lebt sie weiter.