Archivierter Artikel vom 06.10.2011, 13:38 Uhr
Mainz/Jena

Schott liefert berührungsempfindliches Glas für Smartphones

Der Schott-Konzern steigt als Lieferant ultraharter Gläser in den schnell wachsenden Markt für Smartphones und die flachen Tablet-PCs ein. Vorstandschef Udo Ungeheuer stellte am Donnerstag in Jena die berührungsempfindlichen Deckgläser unter anderem für internetfähige Handys vor.

Schott liefert berührungsempfindliches Glas für Smartphones

Mainz/Jena – Der Schott-Konzern steigt als Lieferant ultraharter Gläser in den schnell wachsenden Markt für Smartphones und die flachen Tablet-PCs ein.

Vorstandschef Udo Ungeheuer stellte am Donnerstag in Jena die berührungsempfindlichen Deckgläser unter anderem für internetfähige Handys vor. Das Touch-Glas sei von Schott in Thüringen entwickelt worden und soll Anfang 2012 in Jena in Serie gefertigt werden. Das besonders feste und kratzbeständige Spezialglas sei ein „Paradebeispiel, dass es sich heute immer noch lohnt, in Deutschland zu entwickeln und zu produzieren“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Mainzer Spezialglasherstellers.

Schott rechnet damit, dass die neuen Touch-Gläser zunächst für einen Jahresumsatz im dreistelligen Millionenbereich in US-Dollar sorgen. Das Marktwachstum für die neuen Internet-Handys und Tablet-PCs sei riesig, sagte Ungeheuer. Damit steige auch der Bedarf an den bruchsicheren Spezialgläsern, die die berührungsempfindliche Technik abdecken. „Die derzeitigen Marktspieler kann man an einer Hand abzählen“, sagte Ungeheuer zur Wettbewerbssituation von Schott in diesem Marktsegment.

Schott-Glas allein in 25 Millionen Autos

Der Spezialglashersteller komplettiert mit der Neuentwicklung sein Programm an Deckgläsern für Elektrogeräte. Schott sei der einzige Anbieter, der Spezialgläser für alle vier Touch-Technologien liefere. Bereits seit zehn Jahren würden Gläser für Navigationssysteme hergestellt, die weltweit in etwa 25 Million Autos unterwegs seien.

Die Neuentwicklung für Smartphones ist nach Unternehmensangaben bis zu 20 Prozent härter als andere Produkte. Lutz Grübel, Schott-Vizepräsident Asien, sprach von einem Hochleistungswerkstoff, „der nur schwer kaputt zu bekommen ist“. Zudem könne die Verarbeitungszeit bei den Anwendern um bis zu 30 Prozent gesenkt werden. Derzeit werde das Produkt weltweit potenziellen Kunden vorgestellt.

In Jena wurde für die Serienproduktion eine Fertigungslinie umgebaut, die auch für die technisch anspruchsvolle Produktion von Flugzeug-Verglasungen genutzt wird. Mit den Touch-Gläsern würden am Gründungsstandort Arbeitsplätze gesichert, hieß es. In Thüringen beschäftigt Schott derzeit rund 1200 Mitarbeiter. Weltweit zählt der Konzern, der im Geschäftsjahr 2009/2010 einen Umsatz von rund 2,9 Milliarden Euro machte, mehr als 17.000 Mitarbeiter. dpa