Archivierter Artikel vom 09.01.2014, 22:52 Uhr
Las Vegas

Kleine vernetzte Geräte: Intel will Standard setzen

Im boomenden Markt der Smartphones und Tablets spielt Intel immer noch kaum eine Rolle. Dafür will der Chip-Riese im jungen Geschäft mit kleinen tragbaren Geräten von Anfang an die erste Geige spielen. Dabei soll ein Computer im Speicherkarten-Format helfen.

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Die Firma Intel setzt auf kleine vernetzte Geräte.
Die Firma Intel setzt auf kleine vernetzte Geräte.
Foto: dpa

Der Chip-Riese Intel will den Ton im entstehenden Internet der Dinge angeben. „Wir wollen den Standard bei kleinen vernetzten Geräten setzen“, sagte der zuständige Intel-Manager Mike Bell auf der Elektronik-Messe CES in Las Vegas.

Der Halbleiter-Konzern entwickelte den Mikro-Computer „Edison“, der die Größe einer SD-Speicherkarte hat. Nach dem Baukasten-Prinzip sollen junge Unternehmen so die Möglichkeit bekommen, binnen weniger Wochen ihre Ideen für vernetzte Technik umzusetzen. Man habe extra die Form einer SD-Karte gewählt, weil es dafür standardisierte Einsteck-Module gebe, sagte Bell.

Gerät meldet, wenn das Baby aufwacht

Als Beispiel für die Umsetzung der Technologie zeigt Intel ein Gerät, das den Eltern meldet, wenn ihr Baby aufwacht. Zusätzlich könne man damit aber auch einen Fläschchen-Wärmer entwickeln, der dann automatisch anspringe, erläuterte Bell. „Die Grenzen werden vor allem von der Fantasie gesetzt.“ So entwickelte ein Intel-Team beim Experimentieren mit der Technologie ein Futterhaus, das sich meldet, wenn das Vogelfutter nachgefüllt werden muss und dank einer Kamera Bescheid geben kann, wenn eine bestimmte Vogelart vorbeikommt. „Die Idee ist, dass jeder Dinge bauen kann, an denen er Freude hat.“

Bell arbeitete viele Jahre bei Apple und führte bis Mai 2013 die Intel-Sparte, die Chips für Smartphones und Tablets entwickelt. Er hatte dort wenig Glück: In diesen Mobil-Geräten dominieren nach wie vor Prozessoren auf Basis von Technologie des Intel-Konkurrenten ARM. „Es war sehr unbefriedigend“, räumte Bell ein. Die Erfahrungen aus der Entwicklung möglichst sparsamer und effizienter Chips kämen jetzt aber bei Prozessoren für das Internet der Dinge zugute. „Wir haben das Zeug dazu, die Entwicklung in diesem Bereich anzuführen.“

Schnell uind günstig anbieten

Intel nennt bisher keine Preise für „Edison“. Man wolle die Technik aber möglichst schnell und günstig anbieten, weil sich der Markt so explosiv entwickele, betonte Bell. Ein Hindernis sei das Fehlen einheitlicher Standards für den Datenaustausch zwischen verschiedenen Geräten. „Jeder Anbieter versucht, seine Insellösungen im Markt zu etablieren.“ Die Industrie zeichne zwar ein Bild vom vernetzten Haushalt, in dem die Geräte miteinander kommunizieren können – allerdings funktioniere das in der Realität bei Technik unterschiedlicher Anbieter meist nicht.