Archivierter Artikel vom 07.01.2014, 08:05 Uhr
Berlin

CO23-Schleudern auf Hochtouren: So viel Braunkohlestrom wie zuletzt 1990

Die „Energiewende“ geht in Deutschland einher mit so viel Strom aus Braunkohle wie zuletzt im ersten Jahr nach der Wiedervereinigung, der CO2-Ausstoß dürfte erneut gestiegen sein.

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Trotz der milliardenschweren Förderung erneuerbarer Energien ist die klimaschädliche Braunkohle-Stromproduktion 2013 in Deutschland auf den höchsten Wert seit 1990 geklettert. Foto: Patrick Pleul/dpa
Trotz der milliardenschweren Förderung erneuerbarer Energien ist die klimaschädliche Braunkohle-Stromproduktion 2013 in Deutschland auf den höchsten Wert seit 1990 geklettert.
Foto: Patrick Pleul/dpa

Trotz der milliardenschweren Förderung erneuerbarer Energien ist die klimaschädliche Stromproduktion aus Braunkohle 2013 in Deutschland auf den höchsten Wert seit 1990 geklettert. Das geht aus vorläufigen Zahlen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen hervor. Demnach wurden 2013 über 162 Milliarden Kilowattstunden Strom in Braunkohlekraftwerken erzeugt.

1990, als noch viele alte DDR-Meiler liefen, waren es knapp 171 Milliarden Kilowattstunden. Insgesamt wird dadurch – trotz eines Ökostromanteils von inzwischen knapp 25 Prozent und einer mehr als versiebenfachten Menge seit 1990 – mit einem erneut gestiegenen CO2-Ausstoß in Deutschland gerechnet.

Die Grünen forderten von Union und SPD, dem Trend rasch entgegen zu wirken, das sei dramatisch für die deutsche Klimaschutzbilanz. „Der CO2-Ausstoß braucht einen entsprechenden Preis, damit sich klimaschonendere Gaskraftwerke durchsetzen können“, sagte die Umweltpolitikerin Bärbel Höhn der Deutschen Presse-Agentur.

Greenpeace-Energieexperte Gerald Neubauer sagte an die Adresse von Energieminister Sigmar Gabriel (SPD): „Er muss den schockierenden Kohleboom stoppen. Das ist die gravierendste Fehlentwicklung bei der Energiewende, die die deutschen Klimaschutzziele stark gefährdet.“ Insgesamt beförderte die Zunahme auch einen neuen Rekord beim Export von Strom – dieser lag bei rund 33 Milliarden Kilowattstunden.