Unsere Partner: U 18 und Juniorwahl

Angela Merkel ist 59 Jahre alt und Peer Steinbrück 66. Wissen Politiker, die stramm auf das Rentenalter zugehen, wirklich, was junge Menschen bewegt? Zumindest können sie es herausfinden. Denn auch unter 18-Jährige haben die Wahl, welche Abgeordneten sie ab September im Deutschen Bundestag gern sehen würden.

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Von unserem Reporter Stefan Hantzschmann (25)

Das Projekt U 18 unterscheidet sich dabei von der „normalen“ Wahl. Denn Jugendliche können auch per Internet abstimmen. Die U 18-Wahl findet am 13. September statt, also neun Tage vor dem echten Wahltermin.

Die Ergebnisse laufen in den wichtigsten Nachrichtensendungen im Fernsehen und werden von renommierten Zeitungen abgedruckt. So bekommen die Politiker, aber auch die Wähler, die etwa eine Woche später das Votum abgeben müssen, einen Eindruck, welche Themen und Parteien die jungen Menschen in Deutschland interessieren.

An der U18-Wahl können alle Kinder und Jugendlichen teilnehmen, die noch keine 18 Jahre alt sind. Man kann ein eigenes Wahllokal anmelden – online. Bei der U18 Bundestagswahl im Jahre 2009 machten 130 000 Kinder und Jugendliche mit und gaben ihre Stimme in rund 1000 Wahllokalen ab. Außerdem bietet die Initiative U18-Wahl (im Internet: www.u18.org) jede Menge Tipps für Aktionen, mit denen sich junge Leute dem Thema Wahl nähern können.

Das Projekt Juniorwahl simuliert die echte Wahl an Schulen. Im Unterricht beschäftigen sich die Schüler mit dem ganzen politischen Prozedere. Am Ende des Unterrichtsstoffes steht aber keine Klassenarbeit, sondern der Gang zur Wahlurne. Mehr als eine halbe Million Wahlbenachrichtigungen wurden Ende Juli an die beteiligten Schüler verschickt. An dem Projekt können alle Schüler ab der siebten Klasse teilnehmen.

Auch die Juniorwahl ( www.juniorwahl.de) setzt auf das Internet: Rund 80 Prozent der Jugendlichen entscheiden sich dafür, ihre Stimme online abzugeben. Aber die Papierwahl ist trotzdem möglich. In diesem Jahr beteiligen sich bundesweit mehr als 2260 Schulen. Bisher wollen 540 000 Jugendliche ihre Stimme abgeben – doppelt so viele wie noch 2009.

Und die Zahl steigt noch an. Doch so langsam hat die Juniorwahl ihre Kapazitätsgrenzen erreicht. „2270 Schulen werden durch öffentliche Gelder finanziert. Jetzt sind wir auf Spenden angewiesen“, sagte die Sprecherin des Projekts, Anja Rütenik, unserer Zeitung. Für jede Schule braucht das Projekt 250 Euro, die vor allem für Materialien und die Schulbetreuung fällig werden. Die Juniorwahl soll den Schülern zeigen, wie eine Bundestagswahl funktioniert.

„Die Schüler werden ernst genommen, bekommen Hintergrundwissen, können üben und erleben, wie Demokratie funktioniert“, sagt Rütenik. Laut einer Begleitstudie der Universität Bremen zu den Juniorwahlen 2007 in dem norddeutschen Bundesland steigerten die Diskussionen im Unterricht zur Wahl die Wahlbereitschaft der Jugendlichen.

Archivierter Artikel vom 20.08.2013, 07:00 Uhr