Archivierter Artikel vom 11.11.2013, 06:57 Uhr

UNESCO: Immaterielle Kulturerbe

Zum immateriellen Erbe zählt die Unesco „Praktiken, Darbietungen, Ausdrucksformen, Kenntnisse und Fähigkeiten – sowie die damit verbundenen Instrumente, Objekte, Artefakte und Kulturräume –, die Gemeinschaften, Gruppen und gegebenenfalls Individuen als Bestandteil ihres Kulturerbes ansehen“.

Tango
Tango

2003 verabschiedete die Generalkonferenz der Kulturorganisation der Vereinten Nationen ein Übereinkommen zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes. Es trat im April 2006 in Kraft. Deutschland hat den Vertrag erst im Sommer 2013 ratifiziert.

Kun Qu
Kun Qu

Deshalb stehen auch noch keine deutschen Kulturgüter auf der Liste – wohl aber eine ganze Reihe anderer Besonderheiten. Einige Beispiele:

Beizjagd
Beizjagd

Der argentinische und uruguayische Tango

In der Begründung der Unesco heißt es unter anderem, der Tango sei ein musikalisches Genre, das Tanz, Musik, Poesie und Gesang vereint. Er sei damit Ausdruck der Identität der Einwohner der südamerikanischen Region am Rio de la Plata.

Der Karneval von Binche in Belgien

Laut Unesco ist der Karneval in dem belgischen Städtchen bekannt für die große Spontanität, mit der er gefeiert wird. Zugleich seien die Einwohner sehr stolz auf ihre Tradition, Kostüme, Accessoires, Tänze und Musik. Der Karneval von Binche ähnelt der schwäbisch-alemannischen Fastnacht und wird seit dem 12. Jahrhundert gefeiert.

Die chinesische Oper Kun Qu

Sie ist eine der ältesten Bühnenkunstformen der Welt und entwickelte sich im 14. Jahrhundert. Ihre dynamische Struktur und Melodie sind charakteristisch. Laut Unesco befindet sich die Kunstform seit dem 18. Jahrhundert im Niedergang und ist deshalb schützenswert.

Die französische Esskultur

Essen ist in Frankreich mehr, als eine Mahlzeit einzunehmen. Ausgedehnte Festmahle gehören vor allem an Feiertagen zum Familienleben. Die französische Esskultur unterstreiche den Zusammenhalt, die Freude an gutem Essen und das Gleichgewicht zwischen Menschen und Naturprodukten, findet die Unesco – und hat sie deshalb unter Schutz gestellt.

Die Beizjagd – die Jagd mit Falken

Laut Unesco ist sie eine Tradition, die im Einklang mit Natur und Umwelt steht. Gleich 13 Staaten haben sich darum bemüht, dass die Beizjagd als kulturelles Erbe anerkannt wird: die Vereinigten Arabischen Emirate, Österreich, Belgien, Tschechien, Frankreich, Ungarn, Südkorea, die Mongolei, Marokko, Katar, Saudi- Arabien, Spanien und Syrien.

Die Pfeifsprache Silbo auf der kanarischen Insel La Gomera

El Silbo bezeichnet die Pfeifsprache der Guanchen, der Ureinwohner der Kanaren. Auf La Gomera hat sich eine Form erhalten. Seit 1999 wird sie dort auch wieder in den Schulen unterrichtet. Um sie vor dem Untergang zu bewahren, hat die Unesco sie auf die Liste der immateriellen Kulturgüter gesetzt.

Die vollständigen Listen des immateriellen Kulturerbes: www.unesco.de/ike-liste.html