Archivierter Artikel vom 21.09.2015, 21:54 Uhr

Pressestimmen zur Wahl

Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung: Neben zahlreichen unerfüllten Wahlversprechen hat Tsipras' Verzögerungstaktik in den Verhandlungen mit den Geldgebern zu einer dramatischen Verschlechterung der Wirtschaftslage geführt. Regierungschef Tsipras wollte mit den Neuwahlen ein Mandat für die Sparpolitik bekommen, gegen die er einst angetreten ist. Er muss sich nun dafür einsetzen, dass er ein Abkommen einhält, an das er selbst nicht glaubt. Das dürfte die weitaus größte Herausforderung seiner neuen Amtszeit werden.

Die Welt: Alexis Tsipras hat es all jenen Kritikern gezeigt, die ihn schon für abgemeldet hielten. Erstaunlich ist, dass Tsipras nun eine zweite Chance bekommt – obwohl er seinem Volk Hilfspaket Nummer drei bescherte. Er kann sie nutzen, indem er die Griechen von der Notwendigkeit der Reformen überzeugt und sie so wie Erwachsene behandelt – und nicht wie Kinder, die vor der Realität geschützt werden.

Neue Zürcher Zeitung: Der Triumph von Syriza stellt sicher, dass (Parteichef Alexis) Tsipras innenpolitisch die dominierende Figur bleibt. Dennoch wird die neue Regierung wenig Spielraum besitzen, da sie unter internationaler Aufsicht Spar- und Reformauflagen umsetzen muss. Und doch haben die Griechen klargemacht, dass sie Tsipras' neuen Kurs unterstützen, und trotz Krise links- und rechtsradikalen Alternativen wie der Goldenen Morgenröte eine Absage erteilt.