Archivierter Artikel vom 03.12.2013, 06:54 Uhr

NSU löst keinen Schock aus

Trotz der NSU-Mordserie hat sich die Zahl der Aussteiger aus der rechtsextremen Szene in den vergangenen zwei Jahren kaum erhöht.

Die Brutalität des Trios um Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe hat keinen Schock in der Szene ausgelöst, sagt der Leiter des Neonazi-Aussteigerprogramms Exit, Bernd Wagner: „Nein, das ist für die doch ganz normal.“

In rechtsextremen Kreisen gelte die Meinung, man könne „den Feind jederzeit ausmerzen“, die Frage sei nur, ob es etwas bringe. Allerdings gibt es laut Wagner Umwälzungen in den rechtsradikalen Gruppierungen. So scheint die Verteilung rechter Musik vor Schulen nicht mehr im Zentrum der Werbeaktionen zu stehen. Stattdessen wird auf Aktionen gegen Flüchtlingsheime gesetzt.

Insgesamt bewertet Wagner die Szene als sehr stabil. Zugleich warnt er davor, die rechtsradikale Ideologie zu unterschätzen. „Mittlerweile arbeitet die Szene nicht nur mit dem militanten Kampf, sondern auch kultursubversiv.“ Dazu wird Musik im Internet angeboten.