Hintergrund: Kohlenmeiler auf Hochtouren

Trotz der Energiewende kommt inzwischen fast jede zweite Kilowattstunde Strom aus Kohlekraftwerken. Der Anteil von Braun- und Steinkohle an der deutschen Stromerzeugung kletterte 2013 auf 45,5 Prozent. Das geht aus aktuellen Schätzungen des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hervor.

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Zugleich sank die Stromproduktion in teureren, aber weniger klimaschädlichen Gaskraftwerken weiter. Der Strommixanteil erneuerbarer Energien stieg 2013 von 22,8 auf 23,4 Prozent. Der Anteil der Atomkraft sank geringfügig von 15,8 auf 15,4 Prozent. 2011 waren acht Meiler nach der Wende infolge des Unfalls von Fukushima stillgelegt worden, die restlichen neun Anlagen sollen schrittweise bis 2022 vom Netz gehen.

Die Abkehr von der Atomkraft wird vor allem von Kohlekraftwerken aufgefangen: Steinkohlekraftwerke trugen laut BDEW vergangenes Jahr voraussichtlich 19,7 Prozent (2012: 18,5) zur Stromproduktion bei. Braunkohleanlagen haben mit 25,8 Prozent (2012: 25,5) weiter den höchsten Anteil. Bei den Gaskraftwerken sank der Anteil an der Stromproduktion von 12,1 auf nur noch 10,5 Prozent – eigentlich sollten diese flexiblen Anlagen primär den Atomausstieg kompensieren.

Wegen der je nach Wetter schwankenden Ökostromproduktion und fehlender Stromspeicher wird weiterhin ein hohes Maß an grundlastfähigen Kraftwerken nötig sein. Umweltschützer kritisieren wegen der CO2-Emissionen den hohen Kohlestromanteil und fordern bessere Bedingungen für Gaskraftwerke. Als Hauptgrund für den steigenden Kohlestromanteil gilt der Preisverfall für CO2-Verschmutzungsrechte im EU-Emissionshandel.

Bei den erneuerbaren Energien kletterte die Stromerzeugung der Solaranlagen um 7,3 Prozent auf einen Anteil von 4,5 Prozent (2012: 4,2). Die Windstromproduktion ging witterungsbedingt um 3,5 Prozent zurück, der Strommixanteil betrug 7,9 Prozent (2012: 8,0). Biomasse hatte 6,8 Prozent Anteil (2012: 6,3), Wasser 3,4 Prozent (2012: 3,5) und Siedlungsabfälle wie 2012 0,8 Prozent Strommixanteil.

Archivierter Artikel vom 15.01.2014, 06:45 Uhr