Archivierter Artikel vom 12.05.2015, 05:34 Uhr

Die streitbaren Köpfe einer jungen Partei

Formal stehen die drei Bundesvorstandssprecher der Alternative für Deutschland (AfD) – Bernd Lucke, Frauke Petry und Konrad Adam – bislang gleichberechtigt an der Spitze der rechtskonservativen Partei.

Doch die tatsächlichen Machtverhältnisse sehen etwas anders aus. Adam und Petry wollen die Partei stärker nach rechts ausrichten und im rechten Spektrum und bei den Politikverdrossenen Stimmen sammeln. Dazu wollen sie klare Worte zu Zuwanderung und Familie wählen.

Lucke strebt nun einen Bruch zwischen den radikalen und den bürgerlichen Kräften seiner Partei an. Antikapitalistische, deutschnationale, antiislamische und zuwanderungsfeindliche Kräfte hätten dem Ansehen der AfD zuletzt stark geschadet, meint er.

Wir geben einen Überblick über die wichtigsten Köpfe der AfD.

Der Machtmensch: Parteigründer Bernd Lucke (52) ist der mächtigste Mann in der AfD. Mit der bisher eher basisdemokratischen Führungsstruktur tut sich das ehemalige CDU-Mitglied schwer. Gern würde er deutschnationale Kräfte und Mitglieder, die radikale Systemkritik wollen, loswerden. Lucke ist gläubiger Christ. Mit der provinziellen Deutschtümelei einiger AfD-Mitglieder kann er nichts anfangen.

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Die rechte Strategin: Frauke Petry (39) stand als Bundesvize anfangs im Schatten von Lucke. Seitdem die AfD 2014 mit 9,7 Prozent in den sächsischen Landtag eingezogen ist, hat sie an Profil gewonnen. Petry setzt sich für mehr Basisdemokratie ein. Die Chemikerin wird dem rechten Flügel zugeordnet. Im Vergleich zu den Forderungen anderer Vertreter dieses Flügels sind ihre Positionen aber eher moderat.

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Anwalt der „kleinen Leute“: Alexander Gauland (74) gehört dem AfD-Bundesvorstand als Vize an. Sein Landesverband in Brandenburg hatte 2014 mit 12,2 Prozent das bislang beste Landtagswahlergebnis für die Partei eingefahren. Gauland war einst CDU-Mitglied. Von 1987 bis 1991 leitete er die hessische Staatskanzlei. Er will die AfD zu einer Partei machen, die sich vor allem den Sorgen der „kleinen Leute“ widmet.

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Der konservative Vordenker: Konrad Adam (73) ist ein konservativer Publizist. Er arbeitete unter anderem für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ und die „Welt“. Parteichef Bernd Lucke schätzt Adams rhetorische Fähigkeiten, reibt sich aber häufig an seinen Positionen, vor allem beim Thema Einwanderungspolitik. Adam gehört dem rechten Flügel an. Radikale Kräfte will er in der AfD nicht haben.

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r rechte Rebell: Björn Höcke (43) ist Wortführer einer Gruppe von rechten AfD-Mitgliedern. Der Lehrer für Sport und Geschichte ist Fraktionschef im Thüringer Landtag. Im März veröffentlichte er die „Erfurter Resolution“. Darin heißt es, viele Mitglieder wünschten sich die AfD als „Widerstandsbewegung gegen die weitere Aushöhlung der Souveränität und der Identität Deutschlands“.

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