Archivierter Artikel vom 19.03.2014, 18:23 Uhr
Cambridge

Bewegte Massen kräuseln die Raumzeit

Gravitations- oder Schwerewellen sind eine Vorhersage von Albert Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie. Sie breiten sich mit Lichtgeschwindigkeit aus und verbiegen den Raum, ähnlich wie die Wellen eines ins Wasser geworfenen Steins eine Seeoberfläche kräuseln. Jeder beschleunigte Körper sendet der Theorie zufolge Gravitationswellen aus, die umso stärker sind, je mehr Masse der Körper hat und je schneller er sich bewegt.

Da die Gravitation die schwächste der vier Naturkräfte ist, sind Schwerewellen in der Regel winzig. Gravitationswellen sind daher äußerst schwierig zu messen und ließen sich bisher nicht direkt nachweisen – obwohl es kaum ernsthafte Zweifel an ihrer Existenz gibt.

Indirekt sind sie beispielsweise bei zwei einander umkreisenden Neutronensternen, dem Doppelpulsar PSR 1913+16, beobachtet worden: Die beiden Sterne verlieren Energie und nähern sich langsam an, was sich in einer kürzeren Umlaufzeit äußert. Dieser von den US-Astronomen Russell Hulse und Joseph Taylor beobachtete Energieverlust entspricht genau dem, was der Theorie zufolge auf Grund der Abstrahlung von Gravitationswellen zu erwarten ist. Für ihre Entdeckung von PSR 1913+16 bekamen Hulse und Taylor 1993 den Nobelpreis für Physik.

dpa