Archivierter Artikel vom 08.09.2017, 19:01 Uhr
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112 und 116 117

1973 sind in Deutschland die zentralen Notrufnummern 110 und 112 eingerichtet worden. Bis 1969 waren einheitliche Notrufnummern nur in wenigen Großstädten verfügbar. Auch gab es noch keine rund um die Uhr besetzten Rettungsleitstellen.

Das war der Grund, warum der achtjährige Björn Steiger am 3. Mai 1969 nach einem Verkehrsunfall in Winnenden starb: Nach Absetzung des Notrufs dauerte es eine Stunde, bis ein Krankenwagen eintraf. Sein Vater setzte sich daraufhin für eine einheitliche Kommunikation im Rettungswesen ein. Unter der bundesweit einheitlichen Rufnummer 116.117 erreicht man seit April 2012 den ärztlichen Bereitschaftsdienst. Überall in Deutschland sind niedergelassene Ärzte im Einsatz, die Patienten in dringenden medizinischen Fällen ambulant behandeln – auch nachts, an Wochenenden und an Feiertagen. Handelt es sich um eine Erkrankung, mit der man normalerweise einen niedergelassenen Arzt in der Praxis aufsuchen würde, aber die Behandlung aus medizinischen Gründen nicht bis zum nächsten Tag warten kann, ist der ärztliche Bereitschaftsdienst zuständig. Der Rettungsdienst leistet in lebensbedrohlichen Fällen Hilfe. Bei Notfällen ist der Rettungsdienst unter 112 zu alarmieren.