Archivierter Artikel vom 20.08.2015, 16:27 Uhr
Berlin

Web.de und GMX senden verschlüsselt

Vertrauliche Dokumente und E-Mails sicher über das Internet zu senden, erforderte bisher ein gewisses Maß an technischem Verständnis. Jetzt können auch Laien solche Verschlüsselungen nutzen. Die beiden United Internet-Marken GMX und Web.de setzen für ihre rund 30 Millionen aktiven Nutzerkonten auf den PGP-Standard.

Diese freie und weitverbreitete Software stellt sicher, dass nur Sender und Empfänger in der Lage sind, den Inhalt einer Mail zu lesen. Zur einfachen Bedienbarkeit trägt die kostenlosen Software „Mailvelope“ bei; sie wird im Firefox- oder Chrome-Browser installiert. Für Mobilgeräten unter iOS und Android stehen entsprechende Apps bereit.

„Wir haben versucht, die Komplexität komplett herauszunehmen“, erklärt Firmensprecher Martin Wilhelm. In den Webmail-Oberflächen befindet sich ab sofort neben der „E-Mail schreiben“- Schaltfläche ein kleines Vorhängeschloss-Symbol. Wer es anklickt wird Schritt für Schritt durch die Installation geführt. Der Assistent zeigt auch Wege, die Schlüssel sicher auf Smartphones zu übertragen, sodass auch von dort verschlüsselte Mails verschickt werden können.

Schlüssel verschusselt? Auch kein Problem

Der öffentliche Teil der Schlüssel wird in einem Verzeichnis von GMX und Web.de gespeichert. Das erleichtert das Auffinden von Empfängern, die bereits verschlüsselte Mails empfangen und öffnen können. Aber auch mit Nutzern anderer Dienste können recht einfach verschlüsselte Mails ausgetauscht werden, ihre Schlüssel lassen sich importieren.

Der private Teil des PGP-Schlüssels verbleibt zunächst nur lokal auf den Geräten der Benutzer. Um einem möglichen Verlust vorzubeugen, kann er aber auf Wunsch auch sicher chiffriert auf Servern der beiden Mailanbieter gespeichert werden. Mittels ausgedrucktem – und sicher zu verwahrendem – Beleg kann er von dort wieder geladen und vom Benutzer entschlüsselt werden. Die Dienstbetreiber haben keinen Zugriff auf den privaten Schlüssel.

Die Fachpresse zeigt sich von den Bemühungen United Internets um sichere Kommunikation angetan. Das Magazin c't lobt das Verfahren und beschreibt die Details in seiner neuesten Ausgabe.

dpa/jo