Archivierter Artikel vom 02.01.2013, 11:00 Uhr

Japan stellt zur Jahreswende neuen Twitter-Rekord auf

Tokio. Offenbar wurde noch nie so rege getwittert wie am 31. Dezember um etwa 16 Uhr deutscher Zeit. Da wünschten sich die Menschen in Japan und Korea gerade ein frohes neues Jahr – und auf dem Kurznachrichtendienst rauschte es wie noch nie.

Tokio – Offenbar wurde noch nie so rege getwittert wie am 31. Dezember um etwa 16 Uhr deutscher Zeit. Da wünschten sich die Menschen in Japan und Korea gerade ein frohes neues Jahr – und auf dem Kurznachrichtendienst rauschte es wie noch nie.

So rege wurde in der Neujahrsnacht getwittert. Die Spitzen der grauen Flächen machen die vollen Stunden sehr deutlich. Deutlich werden auch Zeitzonen, die eine halbe Stunde versetzt sind. Visualisierung: Robert Harris/Twitter

33.388 Kurznachrichten in einer Sekunde: Als in weiten Teilen Japans und in Südkorea das neue Jahr begann, überschlugen sich die Menschen in dieser Zeitzone mit Neujahrswünschen auf Twitter. Nach der Auswertung, die das Unternehmen in seinem Blog meldet, ist damit ein neuer Rekord von Tweets in der Sekunde aufgestellt worden. In diese Zahl ist auch das „Grundrauschen“ an Tweets eingeflossen, die überall auf der Welt verschickt werden – der rapide Anstieg rührt aber vor allem aus Japan.

Bereits der bisherige bekannte Rekord war in Japan aufgestellt worden. Bei der Ausstrahlung einer Anime-Sendung im japanischen TV wurden vor mehr als einem Jahr der bisheriger Rekord aufgestellt. In dem Moment, in dem zwei Helden gemeinsam das magische Wort „バルス“ (gesprochen: Bals) ausrufen, um einen Bösewicht zu stoppen, schickten Fans auch massenhaft dieses Wort ab.

Twitter meldete damals den Rekord:

Diesen Wert konnten nicht einmal das EM-Finale 2012 (15.538 Tweets in der Sekunde) brechen, das einen neuen Rekord für ein Sportereignis aufstellte. In der Nacht der Präsidentenwahl meldete Twitter einen Spitzenwert von 327.452 Kurznachrichten – allerdings in der Minute. Jetzt ist der Rekord offenbar gebrochen, auch wenn Twitter auf den Umstand selbst nicht eingeht.

Eine japanische Seite, die Tweets in der Sekunde laufend auswertet, und anschaulich illustriert, fiel pünktlich kurz vor Mitternacht aus. Der Anstieg gegen Mitternacht und das Abfallen danach wird dort dennoch deutlich.

Der Auswertung von Twitter-Mitarbeiter Robert Harris zufolge brannten die Nutzer in anderen Zeitzonen in dem Kurznachrichtendienst zum Jahreswechsel kein vergleichbar großes 140-Zeichen-Feuerwerk ab: Die Zeitzone von New York, in der auch etwa Washington, Miami oder die südamerikanischen Hauptstädte Lima (Peru), Quito (Ecuador) und Bogota (Kolumbien) liegen, verzeichnete zum Jahreswechsel 13.336 Tweets. Für die Zeitzone von Deutschland gab es zunächst keine Zahlen, Großbritannien und Portugal brachten es auf 9455 Tweets.

Weibo, chinesisches Gegenstück zu Twitter, meldete aus der Neujahrsnacht einen neuen Rekord, der auch Twitters Zahlen in den Schatten stellen dürfte: 729.571 Nachrichten in der Minute – auf einen Sekundenwert ist das nicht heruntergebrochen. Als aber Weibo seinen bisherigen Rekord von 32.312 Kurznachrichten pro Sekunde beim chinesischen Neujahrsfest im Februar aufstellte, war The next Web zufolge ein Wert von 470.000 in der Mionute angegeben worden.

Die Visualisierung ist mit dem Programm D3 erstellt.

Von Lars Wienand