Archivierter Artikel vom 19.04.2011, 14:10 Uhr

Forschungsblog startet zweisprachig: Fachchinesisch und allgemeinverständlich

Berlin. Wissenschaft für die Mittagspause – so, dass auch Laien auf Facebook noch „Like“ klicken und Experten dennoch nicht unbefriedigt sind. Um das zu erreichen, geht die Fraunhofer-Gesellschaft mit einem Dual-Blog an den Start: Viele Texte zu neuen Entwicklungen wird es zweifach geben, darunter in einer für Laien unterhaltsamen Form. Damit bei der Kulturtechnik des Bloggens nichts schiefgeht, sind Sascha Lobo und populäre Wissenschaftsblogger mit an Bord.

Berlin – Wissenschaft für die Mittagspause – so, dass auch Laien auf Facebook noch „Like“ klicken und Experten dennoch nicht unbefriedigt sind. Um das zu erreichen, geht die Fraunhofer-Gesellschaft mit einem Dual-Blog an den Start: Viele Texte zu neuen Entwicklungen wird es zweifach geben, darunter in einer für Laien unterhaltsamen Form. Damit bei der Kulturtechnik des Bloggens nichts schiefgeht, sind Sascha Lobo und populäre Wissenschaftsblogger mit an Bord.

Das am Dienstag an die Öffentlichkeit gegangene Forschungs-Blog will Forschungsprojekte aufgreifen, „die vielleicht irgendwann mal in Form von verschiedenen Technologien unseren Alltag bestimmen“. Atombetriebene Mofas dürften das weniger sein, über in Sekunden aufladbare Akkus findet sich dagegen bereits ein Text mit Video. Neben zunächst zwei und künftig weiteren Autoren vor allem von der Fraunhofer-Gesellschaft, sind auch die populären Wissenschaftsblogger Florian Freistetter (Scienceblogs, bei Twitter @astrodicticum) und Lars Fischer (wissenslogs.de, @fischblog) dabei.

Im „Dual-Blogging“ bietet das Forschungsblog Beiträge in zwei verschiedenen Darstellungen an: Die Macher räumen mit Humor ein, dass die Fachsprache der Wissenschaft nicht immer unbedingt dem entspricht, „was man auf Facebook in der Mittagspause freundlich interessiert durchliket“. Um aber trotzdem auch für interessierte Laien zu bloggen, wird das Konzept Dual-Blogging erprobt.

Ein Fachtext in der linken Spalte wird begleitet von einem parallelen Text in der rechten Spalte, der eine „blogaffine Perspektive des gleichen Themas“ bieten soll, „lebensnäher und (hoffentlich) unterhaltsam geschrieben“.

Dabei ist auch die Fachdarstellung durchaus unterhaltsam, wenn etwa rechtzeitig zur Saison endlich mal erklärt wird, was Eiscreme ist: „Eiscreme ist ein komplexes Mehrphasensystem aus flüssigen und festen Bestandteilen sowie Luft, dessen angenehmes Mundgefühl, Schmelzeigenschaften und Stabilität maßgeblich durch die als Emulgatoren und Stabilisatoren wirkenden Milch- und Eibestandteile bewirkt werden.“ Die Überschrift zum Fachtext „Pflanzlisches Speiseeise mit Lupinenprotein und Rapsöl“ heißt übersetzt: „Endlich Eisdemokratie“.

Das Fraunhofer-Institut zeigt regelmäßig, dass es anwendernah Produkte und Entwicklungen erforscht. Prominentestes Beispiel ist vielleicht das MP3-Format. Hinter dem Blog steht jetzt das Projekt “Discover Markets”, das bei der Erforschung neuer Produkte den Verbraucher, dessen Wünsche und Vorbehalte in den Mittelpunkt stellen soll. Um die Öffentlichkeit aber quasi als Sparring-Partnerin an der Entwicklung zu beteiligen, soll die auch verstehen, was da passiert. Der Forschungs-Blog mit Übersetzung soll das leisten.