Archivierter Artikel vom 18.09.2020, 18:20 Uhr
Hachenburg

Mehr als Wind und Wildnis: Neue Dauerausstellung widmet sich der Kulturhistorie des Westerwalds

Zwischen Baumsilhouetten und gestapeltem Holz hängt – fast schon unscheinbar – ein Bildschirm an der Wand, darauf über den weißen Grund wandernde Zitate zur Kulturhistorie eines verrufenen Landstrichs. „Im Westerwald“, heißt es dort etwa in einem 1909 erschienenen Beitrag der Zeitschrift „Der Tourist“, sei „die Welt mit Brettern zugenagelt. Fragt einer, welche Straße man einschlagen müsse, so zeigt man ihm mit finsterer Miene den ,Stich‘ (enge, steile Passstraße) und rät ihm, sich Essen mitzunehmen.“ In einer anderen Überlieferung berichtet ein Zeitzeuge, Kirschen bräuchten in der Region zwischen Siegen und Koblenz zwei Jahre zum Reifen, eines für jede Seite der Frucht. Es sind nur zwei von zahlreichen Äußerungen, die die gängige Außensicht auf den Westerwald als unwirtliche, ja, lebensfeindliche Mittelgebirgslandschaft widerspiegeln, in der der Wind unablässig pfeift und die Winter dem Hörensagen nach auch schon mal ein ganzes Jahr andauern können.

Stefan Schalles Lesezeit: 5 Minuten
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