Archivierter Artikel vom 30.08.2012, 09:35 Uhr
Mainz

Verzweifelt gesucht: Platz für Kultur in Mainz

Die Ampel-Fraktionen arbeiten derzeit an einem gemeinsamen Antrag für die Stadtratssitzung am 5. September: Sie fordern eine Liste von leer stehenden Räumen in Mainz, die zu erschwinglichen Preisen an an Kulturinitiativen vermietet werden können. Derweil demonstrierten die Ex-Hausbesetzter am Mittwochabend gegen die Räumung und den Abriss der Zollhafenvilla.

Die Abrissmaschinen kamen noch am Dienstag, kurz nach der Räumung des besetzten Gebäudes in der Oberen Austraße 7: Als Eigentümer schaffen die Stadtwerke Fakten. Das Haus in der Nähe vom alten Zollhafen wird niedergelegt.

Julia Rau

Die Abrissmaschinen kamen noch am Dienstag, kurz nach der Räumung des besetzten Gebäudes in der Oberen Austraße 7: Als Eigentümer schaffen die Stadtwerke Fakten. Das Haus in der Nähe vom alten Zollhafen wird niedergelegt.

Julia Rau

Die Abrissmaschinen kamen noch am Dienstag, kurz nach der Räumung des besetzten Gebäudes in der Oberen Austraße 7: Als Eigentümer schaffen die Stadtwerke Fakten. Das Haus in der Nähe vom alten Zollhafen wird niedergelegt.

Julia Rau

Die Abrissmaschinen kamen noch am Dienstag, kurz nach der Räumung des besetzten Gebäudes in der Oberen Austraße 7: Als Eigentümer schaffen die Stadtwerke Fakten. Das Haus in der Nähe vom alten Zollhafen wird niedergelegt.

Julia Rau

Die Abrissmaschinen kamen noch am Dienstag, kurz nach der Räumung des besetzten Gebäudes in der Oberen Austraße 7: Als Eigentümer schaffen die Stadtwerke Fakten. Das Haus in der Nähe vom alten Zollhafen wird niedergelegt.

Julia Rau

Die Abrissmaschinen kamen noch am Dienstag, kurz nach der Räumung des besetzten Gebäudes in der Oberen Austraße 7: Als Eigentümer schaffen die Stadtwerke Fakten. Das Haus in der Nähe vom alten Zollhafen wird niedergelegt.

Julia Rau

Die Abrissmaschinen kamen noch am Dienstag, kurz nach der Räumung des besetzten Gebäudes in der Oberen Austraße 7: Als Eigentümer schaffen die Stadtwerke Fakten. Das Haus in der Nähe vom alten Zollhafen wird niedergelegt.

Julia Rau

Die Abrissmaschinen kamen noch am Dienstag, kurz nach der Räumung des besetzten Gebäudes in der Oberen Austraße 7: Als Eigentümer schaffen die Stadtwerke Fakten. Das Haus in der Nähe vom alten Zollhafen wird niedergelegt.

Julia Rau

Die Abrissmaschinen kamen noch am Dienstag, kurz nach der Räumung des besetzten Gebäudes in der Oberen Austraße 7: Als Eigentümer schaffen die Stadtwerke Fakten. Das Haus in der Nähe vom alten Zollhafen wird niedergelegt.

Julia Rau

Die Abrissmaschinen kamen noch am Dienstag, kurz nach der Räumung des besetzten Gebäudes in der Oberen Austraße 7: Als Eigentümer schaffen die Stadtwerke Fakten. Das Haus in der Nähe vom alten Zollhafen wird niedergelegt.

Julia Rau

Die Abrissmaschinen kamen noch am Dienstag, kurz nach der Räumung des besetzten Gebäudes in der Oberen Austraße 7: Als Eigentümer schaffen die Stadtwerke Fakten. Das Haus in der Nähe vom alten Zollhafen wird niedergelegt.

Julia Rau

Die Abrissmaschinen kamen noch am Dienstag, kurz nach der Räumung des besetzten Gebäudes in der Oberen Austraße 7: Als Eigentümer schaffen die Stadtwerke Fakten. Das Haus in der Nähe vom alten Zollhafen wird niedergelegt.

Julia Rau

Mainz – Die Ampel-Fraktionen arbeiten derzeit an einem gemeinsamen Antrag für die Stadtratssitzung am 5. September: Sie fordern eine Liste von leer stehenden Räumen in Mainz, die zu erschwinglichen Preisen an an Kulturinitiativen vermietet werden können. Unklar ist nach MRZ-Informationen noch, ob diese Liste nur jene Gebäude umfassen soll, die der Stadt oder stadtnahen Gesellschaften gehören, oder auch Räumlichkeiten in Privatbesitz. Derweil demonstrierten die Ex-Hausbesetzter am Mittwochabend gegen die Räumung und den Abriss der Zollhafenvilla.

Der Mangel ist in Mainz mit seinem angespannten Wohnungsmarkt groß. Mehrere Räume sind jüngst weggefallen oder für kleine Initiativen nur noch eingeschränkt nutzbar. In der Alten Patrone auf dem Hartenberg werden die Ateliers mit jeder Neuvermietung teurer. Außerdem verändert sich mit dem Umbau für eine – unstreitig notwendige – Kindertagesstätte der Charakter des Kulturquartiers.

Jahre gehen ins Land

Aus einem Komplex an der Rheinallee in der Neustadt mussten wegen Sanierung der Kulturverein Pengland, ein Tanzclub und ein Eine-Welt-Möbelladen weichen. Bis in der Nachbarschaft die sogenannte Kommissbrotbäckerei vom Bundeswehrstandort zum Kulturzentrum geworden ist, gehen noch Jahre ins Land.

Kulturraum-Not auch in der Altstadt. „Beim mir stehen jeden Monat Vereine und fragen nach Räumen, aber ich kann ihnen nicht helfen“, sagt Ortsvorsteherin Ulla Brede-Hoffmann. Städtische Räume gebe es nicht, weshalb nach Meinung der Sozialdemokratin der Blick auch auf Privatbesitz gerichtet werden könnte: Was ist mit der alten Caritasgebäude oder dem „Auto Kraft“ am Binger Schlag?

CDU und SPD werfen sich gegenseitig vor, das Thema verschlafen zu haben. „Kulturdezernentin Marianne Grosse (SPD) hat in diesem Bereich wenig bis gar nichts erreicht“, sagt der kulturpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Walter Konrad. Für die im Koalitionsvertrag vereinbarte Förderung der freien Kulturinitiativen „liegt bis heute kein Konzept vor“.

SPD-Kulturpolitikerin Sissi Westrich kontert: In den vielen Jahren ihrer Verantwortung für das Kulturressort habe die CDU kein Konzept vorgelegt – Grosse und die Koalition arbeiteten die Versäumnisse auf. „Die Aufgabe ist allerdings nicht in zwei Jahren lösbar.“

Mut zu unkonventionellen Lösungen

ÖPD/Freie Wähler fordern von Kulturdezernentin Grosse „mehr Mut zu unkonventionellen Lösungen“, etwa in den leer stehenden Häusern in der Zwerchallee. Außerdem, so ÖDP-Kultursprecher Walter Konrad, könnte das bereits vor über einem Jahr vom Wirtschaftsdezernat gestartete Programm „Kunst gegen Leerstand“ endlich an Fahrt gewinnen. „Der Stadtvorstand hat mit großem Tamtam ein Programm aufgelegt, das bis heute nicht mit Leben gefüllt wurde. Wir werden nie weiterkommen, wenn selbst die Kulturdezernentin apodiktisch erklärt, dass es schlicht keine Räumlichkeiten gibt.“

Dezernentin Grosse äußert sich zur Nutzung einzelner Räume derzeit nicht. In einer neuen Arbeitsgruppe sollen jetzt Leerstände auf eine (Zwischen-) Nutzung hin geprüft werden. Aus baulichen oder hygienischen Gründen ständen nicht alle leeren Räume zur Verfügung, erklärt ein Stadtsprecher. So sind die Häuser an der Zwerchallee komplett entkernt, es gibt keine Toiletten. Die neue Arbeitsgruppe besteht aus Citymanager Walter Strutz, Ludwig Jantzer vom Frankfurter Hof, Vertretern der Wohnbau, Architektenkammer und der Stadt. Initiativen können sich an das Kulturdezernat, Tel. 122 025, wenden.

Das TiC in der Spritzengasse wird ab Mitte September vom Staatstheater untervermietet. Wer Interesse am alten TiC hat, kann sich beim Theater melden. Mietkosten pro Tag: 500 Euro.

Claudia Renner

Andrea Wagenknecht


Ex-Besetzer wollen nicht aufgeben

Nach Schätzungen der Polizei versammelten sich am Mittwochabend 150 Demonstranten, die ehemaligen Besetzer der alten Villa am Zollhafen und ihre Unterstützer. Sie protestierten gegen die Räumung des bis Dienstagmorgen besetzten Hauses in der Oberen Austraße 7.
Neben allgemeiner Kritik am Vorgehen der Polizei während der Räumung adressierte einer der Wortführer vor dem Rathaus seinen Unmut an Oberbürgermeister Michael Ebling. Er unterstellte dem Oberbürgermeister, dass dieser sich verhielte, als würde ihm die Stadt alleine gehören. „Herr Ebling, uns zu kriminalisieren ist keine Lösung“, skandierte er weiter.
Die Demonstranten zogen vom Vorplatz des Hauptbahnhofs bis zum Rathaus. Währenddessen riefen sie „Ihr könnt zwar unsere Häuser räumen, aber nicht unsere Ideale abschaffen.“ Die Ex-Besetzer hätten noch nicht aufgegeben und hofften noch immer auf ein Gesprächsangebot von Seiten der Stadt, so ein Demonstrant. cie