Archivierter Artikel vom 27.06.2011, 18:14 Uhr
Köln

„Schimanski ist eine Märchenfigur“

Am 28. Juni ist es 30 Jahre her, dass der erste Schimanski-„Tatort“ ausgestrahlt wurde. Der Regisseur Hajo Gies (66), einer der Erfinder des „Schmuddel-Kommissars“, denkt noch gern daran zurück – es war die schönste Zeit seines Lebens, sagt er.

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Am Dienstag ist es 30 Jahre her, dass der erste Schimanski-„Tatort“ ausgestrahlt wurde. Der Regisseur Hajo Gies (66), einer der Erfinder des „Schmuddel-Kommissars“, denkt noch gern daran zurück – es war die schönste Zeit seines Lebens, sagt er.

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Am Dienstag ist es 30 Jahre her, dass der erste Schimanski-„Tatort“ ausgestrahlt wurde. Der Regisseur Hajo Gies (66), einer der Erfinder des „Schmuddel-Kommissars“, denkt noch gern daran zurück – es war die schönste Zeit seines Lebens, sagt er.

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Am Dienstag ist es 30 Jahre her, dass der erste Schimanski-„Tatort“ ausgestrahlt wurde. Der Regisseur Hajo Gies (66), einer der Erfinder des „Schmuddel-Kommissars“, denkt noch gern daran zurück – es war die schönste Zeit seines Lebens, sagt er.

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Götz George will noch einmal als Kommissar Schimanski ermitteln.

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Am Dienstag ist es 30 Jahre her, dass der erste Schimanski-„Tatort“ ausgestrahlt wurde. Der Regisseur Hajo Gies (66), einer der Erfinder des „Schmuddel-Kommissars“, denkt noch gern daran zurück – es war die schönste Zeit seines Lebens, sagt er.

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Am Dienstag ist es 30 Jahre her, dass der erste Schimanski-„Tatort“ ausgestrahlt wurde. Der Regisseur Hajo Gies (66), einer der Erfinder des „Schmuddel-Kommissars“, denkt noch gern daran zurück – es war die schönste Zeit seines Lebens, sagt er.

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Am Dienstag ist es 30 Jahre her, dass der erste Schimanski-„Tatort“ ausgestrahlt wurde. Der Regisseur Hajo Gies (66), einer der Erfinder des „Schmuddel-Kommissars“, denkt noch gern daran zurück – es war die schönste Zeit seines Lebens, sagt er.

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Am Dienstag ist es 30 Jahre her, dass der erste Schimanski-„Tatort“ ausgestrahlt wurde. Der Regisseur Hajo Gies (66), einer der Erfinder des „Schmuddel-Kommissars“, denkt noch gern daran zurück – es war die schönste Zeit seines Lebens, sagt er.

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Am Dienstag ist es 30 Jahre her, dass der erste Schimanski-„Tatort“ ausgestrahlt wurde. Der Regisseur Hajo Gies (66), einer der Erfinder des „Schmuddel-Kommissars“, denkt noch gern daran zurück – es war die schönste Zeit seines Lebens, sagt er.

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Köln – Am Dienstag ist es 30 Jahre her, dass der erste Schimanski-„Tatort“ ausgestrahlt wurde. Der Regisseur Hajo Gies (66), einer der Erfinder des „Schmuddel-Kommissars“, denkt noch gern daran zurück – es war die schönste Zeit seines Lebens, sagt er.

Erinnern Sie sich noch an die allererste Szene?

Regisseur Gies: „Ich wollte eigentlich damit anfangen, dass der Himmel rot wird, so wie ich das als Kind erlebt hatte, wenn ich bei meiner Tante im Ruhrgebiet übernachtete. Da wurde dann nachts manchmal das ganze Zimmer rot, was sehr geheimnisvoll war. Der Film beginnt damit, dass die Kamera über Duisburg ist und hinten auf Thyssen fotografiert, und der Götz steht am Fenster und guckt raus. Da wollte ich die Abfackelung zeigen. Aber die wussten damals, dass wir da oben waren und drauf warteten, und haben das dann nicht gemacht, die dachten, das gibt ein schlechtes Image für Duisburg.“

Was sah der Zuschauer stattdessen?

Gies: „Es fing damit an, dass einer seinen Fernseher zum Fenster rausschmeißt und dazu sagt “Scheiß Fernsehen„, was wir durchaus nicht nur auf den Apparat bezogen haben, sondern auf das Fernsehprogramm. Das sollte unserer Meinung nach gleich mal klarmachen, dass wir das, was vorher war, für Scheiße hielten. Das erste Wort war auch dementsprechend “Scheiße„ – “Hör auf mit der Scheiße„.“ Dafür wurde Schimanski dann ja auch bekannt, dass er ständig „Scheiße“ sagte.

Was war sonst noch neu an diesem Kommissar?

Gies: „Das Prinzip war, dass wir einen Kommissar wollten, der nicht neutral bleibt, der nicht nur ein Abfrager ist, sondern der immer eine emotionale Beziehung zu dem Fall bekommt, indem er entweder den Täter ablehnt oder den Täter sympathisch findet und sich wünscht, dass er's nicht wär. Und dann war das Erzählprinzip ja auch ein anderes. Es wurde immer alles aus der Perspektive des Kommissars erzählt.“

Anfangs hieß es ja immer: So wie Schimanski verhält sich doch kein deutscher Polizist!

Gies: „Das waren eher manche Medien. Von der Polizei haben wir von Anfang an große Unterstützung bekommen. Mir wurde damals gesagt, dass Schimanski von allen “Tatort„-Kommissaren der Wirklichkeit am nächsten komme. Es war ja auch der erste Polizist, der, wenn man so will, menschlich dargestellt wurde. Wenn der Krach mit seiner Freundin hatte, dann hat sich das immer auch auf den Fall ausgewirkt.“

Aber trotzdem gibt es so jemanden wie Schimanski ja nicht.

Gies: „Klar, Schimanski ist natürlich eine Märchenfigur. Er ist ein Robin Hood, der immer die Wahrheit sagt, der sich genauso verhält, wie sich jeder von uns gern verhalten würde: Zum Chef gehen und dem mal ordentlich die Meinung sagen zum Beispiel.“

Hatten Sie mit dem Erfolg gerechnet? „

Gies: “Nein. Wir dachten, man muss einmal in seinem Leben wirklich das machen, was man machen will, ohne Kompromisse. Wir hatten uns ausgerechnet, dass wir das vielleicht drei Folgen durchhalten könnten, danach wäre Schluss. Deshalb hieß der dritte Teil auch „Der unsichtbare Gegner“. Das war abstrakt gemeint: Die Gegner saßen in den Fernsehanstalten. Aber dann war eben doch sehr schnell der Erfolg bei den Zuschauern da, und dann konnten wir eigentlich machen, was wir wollten. Niemand hat uns reingeredet.„

Wie blicken Sie heute auf diese Zeit zurück?

Gies: “Im Grunde war das meine schönste Zeit. Diese Aufmerksamkeit, die das damals bekam, die kann man ja nie wiederholen, so was klappt nur einmal im Leben. Dafür muss man genau den Zeitgeist treffen."