Archivierter Artikel vom 13.01.2012, 08:27 Uhr
NEUSTADT

Lobs Telefon steht nicht mehr still

Rund zwei Wochen ist es jetzt her, dass der Neustädter Roman Lob krankheitsbedingt bei dem RTL-Gesangswettbewerb „Deutschland sucht den Superstar“ die Segel streichen musste. Die RZ besuchte den 16-jährigen Schüler in seinem Elternhaus.

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Roman Lob hat jede Menge Fanpost bekommen.
Roman Lob hat jede Menge Fanpost bekommen.
Foto: Beate Christ

NEUSTADT – Rund zwei Wochen ist es jetzt her, dass der Neustädter Roman Lob krankheitsbedingt bei dem RTL-Gesangswettbewerb „Deutschland sucht den Superstar“ die Segel streichen musste. Die RZ besuchte den 16-jährigen Schüler in seinem Elternhaus.

Anrufe aus ganz Deutschland, ein Berg von Briefen und E-Mails auf dem Küchentisch, fremde Menschen an der Haustür, im Internet eigens eingerichtete Foren: Roman Lob ist nicht nur in seiner Heimat Neustadt zu einer richtigen Berühmtheit geworden.

Doch Starallüren oder eine überzogene Selbstdarstellung liegen dem ehemaligen „Superstar-Kandidaten“ fern, auch wenn der junge Mann mit den großen braunen Augen nach seinem Ausscheiden bei vielen Menschen noch immer Gesprächsthema ist.

Nachdem Roman nun wieder die Schulbank drückt, versucht er, die Normalität in seinen Alltag zurückzubringen. Doch das ist gar nicht so einfach für einen 16-Jährigen mit so einem hohen Bekanntheitsgrad.

Ständig von Menschen umringt

„Die Karnevalstage waren schon sehr extrem“, verrät der Schüler. „Egal, wo ich hinkam, ständig war ich von Menschen umringt.“ „Das Telefon steht auch jetzt noch kaum still, und täglich kommt Post für Roman“, ergänzt Mutter Irma.

Und dabei berichtet sie von lieben Briefen, die von Mädchen aus ganz Deutschland im Briefkasten im Neustädter Ortsteil Rott landen. Herzchen in allen Facetten schmücken meist die Kuverts, Wünsche nach einem Autogramm werden mitgeteilt, und sogar ein Teebeutel zur schnellen Genesung wurde mitgeschickt.

„Selbst bei der Gemeindeverwaltung in Neustadt kamen über 150 E-Mails an, alle mit dem Wunsch, die Adresse von Roman zu erfahren“, erzählt Irma Lob weiter. Und auch den Postboten dürfte nichts mehr wundern: Er brachte selbst den Brief mit der Aufschrift: „Roman Lob, Deutschland sucht den Superstar, Neustadt/Wied“ an die richtige Stelle. „Ich glaube, die Fanpost wird meine Schwester Kati bearbeiten“, lacht Roman.

Ein unbeschreibliches Gefühl

Ihn selbst holen die aufregenden Momente, die er bei „Deutschland sucht den Superstar“ erleben durfte, immer noch ein. „Das Gefühl, als ich erfuhr, dass ich unter den 20 Besten bin, war einfach unbeschreiblich“, schwärmt er. „Ich habe noch immer Kontakt zu den anderen Kandidaten. Per SMS oder E-Mail schreiben wir uns regelmäßig“, verrät Roman.

Er verfolgt nun jede Sendung am Fernseher im heimischen Wohnzimmer, und einmal wird er auch zu einer Motto-Show fahren, um den anderen „Superstars“ und ganz besonders seinem Favoriten, Marc Medlock, die Daumen zu drücken.

Roman selbst hat die Realität schon längst wieder eingeholt. Der sympathische Schüler möchte sich jetzt voll und ganz auf seinen Schulabschluss und die Berufsausbildung konzentrieren. Das Angebot von Dieter Bohlen, es im nächsten Jahr noch einmal zu versuchen, schiebt Roman Lob erst einmal beiseite.

Die Gesundheit geht vor

Es sei schon sehr traurig für ihn gewesen, dass er den Wettbewerb abbrechen musste. „Aber die Gesundheit geht einfach vor. Ich werde natürlich immer noch Musik machen, aber vorerst nur am Wochenende“, erklärt er. Und er freut sich auch auf die Zeit, die er wieder mit seiner Band „Painful Poison“ verbringen wird.

„Für die gesamte Familie ist es ein komisches Gefühl, dass Roman jetzt nicht mehr dabei ist“, sagt Mutter Lob. Und weiter: „Auf der einen Seite sind wir ganz froh, dass nun der größte Stress vorbei ist, auf der anderen Seite hätten wir Roman aber auch gerne weiter oben bei DSDS gesehen.“ Nicht nur Dieter Bohlen, Anja Lukaseder und Heinz Henn hatten Roman Lobs Talent erkannt, auch das ehemalige DSDS-Jury-Mitglied Thomas Stein hatte dem jungen Mann Siegeschancen eingeräumt.

Nach Lobs Ausscheiden hat sich schon ein Musikmanager aus Mainz bei dem Neustädter Schüler gemeldet, und auch eine Modelagentur bekundete Interesse an der Zusammenarbeit mit dem jungen Mann. Doch Roman will zunächst auf dem Boden bleiben und abwarten, was die Zeit bringt.

Von Beate Christ