Archivierter Artikel vom 11.09.2012, 16:10 Uhr
Berlin

Jenseits des Protokolls: Bettina Wulff richtet Vorwürfe gegen ihren Mann

Die frühere „First Lady“ Bettina Wulff bietet in einem Interview Einblicke in ihr Eheleben und richtet Vorwürfe gegen ihren Mann, den Ex-Bundespräsidenten Christian Wulff. Die 38-Jährige, die gerade ihr Buch „Jenseits des Protokolls“ veröffentlicht hat, klagt in der Zeitschrift „Brigitte“ darüber, dass sie an der Seite ihres Mannes jahrelang ihre eigenen Bedürfnisse unterdrücken musste.

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Bettina Wulff (mit Nicole Maibaum):"Jenseits des Protokolls" (Hörbuch)
Bettina Wulff (mit Nicole Maibaum):„Jenseits des Protokolls“ (Hörbuch)
Foto: hn pr
Vorwort (von Bettina Wulff – als mp3)

„Gerüchte“ (gel. von Irina Scholz – als mp3)

Interview (mit Bettina Wulff – als mp3)

„Ich werfe ihm manchmal vor, dass er mich ein großes Stück auch in die Rolle gedrängt hat. Und wenn ich es im Nachhinein betrachte, rächt sich dies auch in der Beziehung“, sagte sie.

Besonders kritisch sei die Zeit vor dem Rücktritts Wulffs im Februar dieses Jahres gewesen. Ihr Mann habe es im letzten Winter nicht geschafft, sich auch noch um ihre Gefühle zu kümmern. Das bereue er heute. „Wir haben uns professionelle therapeutische Hilfe geholt, weil man das allein gar nicht verarbeiten kann“, ergänzte sie.

Aber nicht nur ihr Mann habe kaum erkannt, wie schlecht es ihr oft in der gesamten Amtszeit gegangen sei, auch dem Bundespräsidialamt nehme sie es heute noch übel, „dass sie nicht realisierten, unter welchem innerlichen Druck ich stand“.

In dem Buch „Jenseits des Protokolls“ wies Bettina Wulff auch Gerüchte zurück, sie habe früher im Rotlicht-Milieu gearbeitet. Gegen diese Verleumdungen geht sie auch gerichtlich vor.

Nach Informationen der Rhein-Zeitung sind die Anwälte von Wulff bereits seit sechs Monaten im Kontakt mit der Internet-Suchmaschine Google. Wulff geht unter anderem gegen bestimmte Suchergebnisse vor. Umstritten sind die automatisch ergänzten Suchbegriffe während der Texteingabe der Wörter „Bettina Wulff“ wie beispielsweise „Prostituierte“ und „Escort“, aber aus Sicht von Wulff auch „Strumpf“ und Strumpfhose“. Insgesamt geht es um mehr als 30 ergänzte Suchbegriffe. Google lehnt es ab, diese weiterführenden Begriffe bei der Texteingabe künftig nicht mehr anzuzeigen. Daher werde Wulff in den USA Klage gegen Google einreichen, hieß es am Wochenende.

Nach Angaben eines Google-Sprechers hat es bereits fünf ähnliche Fälle in Deutschland gegeben, bei denen Gerichte über negativ besetzte weiterführende Stichwörter zu Personennamen urteilen mussten. In allen Fällen erhielt Google recht. Die angezeigten Wörter stellten lediglich ein Spiegelbild der Suchvorgänge aller Google-Nutzer dar, argumentierte gestern der Unternehmenssprecher. (dpa/msc)