Archivierter Artikel vom 27.10.2014, 15:20 Uhr
Köln

„Geld oder Liebe“: WDR-Showklassiker wird 25

Die Zeit der großen TV-Shows am Samstagabend ist weitgehend vorüber – zum Jahresende wird dann auch mit „Wetten, dass..?“ endgültig Schluss sein. Die Neuauflage von „Geld oder Liebe“ gibt es dafür am Mittwoch.

Die Zeit der großen TV-Shows am Samstagabend ist weitgehend vorüber – zum Jahresende wird dann auch mit „Wetten, dass..?“ endgültig Schluss sein. Die Neuauflage von „Geld oder Liebe“ gibt es dafür am Mittwoch.
Die Zeit der großen TV-Shows am Samstagabend ist weitgehend vorüber – zum Jahresende wird dann auch mit „Wetten, dass..?“ endgültig Schluss sein. Die Neuauflage von „Geld oder Liebe“ gibt es dafür am Mittwoch.
Foto: dpa/picture alliance

Die meisten Unterhaltungsshows im deutschen Fernsehen sind mittlerweile innerhalb der Woche zu sehen, zumeist am Donnerstag oder Freitag. Ein echter Samstags-Klassiker aus dem Bereich Show feiert nun seinen 25. Geburtstag, und das ausgerechnet mitten in der Woche, jedoch nicht im „Ersten“: „Geld oder Liebe“ wird an diesem Mittwoch (20.15 Uhr) im WDR Fernsehen ausgestrahlt. Und natürlich ist der Moderator dabei, ohne den die Flirt-Show gar nicht denkbar ist: Jürgen von der Lippe (66).

Sechs Prominente lädt er für die zweistündige Sonderausgabe seines „Babys“ ein: mit dabei sein werden Carolin Kebekus, Regina Halmich, Katrin Bauerfeind, Simon Beeck, Klaas Heufer-Umlauf und Bernhard Hoëcker. Sie dürfen (oder sollen) sich an diesem Abend wie Singles fühlen und müssen in wechselnden Zweierpaaren knifflige Aufgaben bewältigen, bei altmodisch-harmlosen Spielen die Geheimnisse der anderen lüften und bei körperlichen Aktionen zeigen, wie gut sie mit ihrem eventuellen Traumpartner in spe flirten können. Schließlich wird das Publikum das perfekte Traumpaar küren, und der Moderator wird dann seine berühmte Frage stellen: „Geld oder Liebe?“ Man darf gespannt sein, ob dann auch seine rituelle Frage „Hase, wie lang ham wa noch?“ kommt, mit der er sich stets bei der Aufnahmeleiterin erkundigte, wie viele Minuten er bereits überzogen hatte.

Vom 28. September 1989 bis zum 9. Juni 2001 (erst donnerstags, dann samstags) moderierte Jürgen von der Lippe (stets im munter geblümten Hawaiihemd) diese Show um drei weibliche und drei männliche Singles mit ungewöhnlichen Hobbys, und kurz vor seiner 91. Sendung erklärt er im WDR-Interview: „Es waren goldene Zeiten. Ich durfte, wie Rudi Carrell es formuliert hat, „auf dem Samstagabend machen, was ich wollte“, und die Stimmung im Team war einzigartig. Ich freue mich wie Bolle, daran noch einmal zu erinnern, und das auch noch spielerisch!“

Von der Lippe sieht seine Zukunft offenbar in der (zuvor abgesetzten) Buch-Comedy „Was liest du“, mit der er demnächst wieder im WDR zu sehen sein wird. Seinen Rückzug von der großen TV-Showbühne hat er kürzlich in einem Zeitungsinterview so begründet: „Wenn heute ein TV-Redakteur eine Idee hat, muss er mindestens drei Leute fragen, und er kann dann sicher sein: Irgendeiner knickt es. Diese Bürokratie erstickt jeden witzigen Ansatz.“ Das klingt bitter, entspricht aber wohl den Tatsachen.

Doch die Geburtstagssause geht munter weiter: In drei weiteren Shows an den folgenden Mittwochabenden (mehr sind derzeit nicht geplant) sind nichtprominente Singles zu Gast. Dann präsentieren Simon Beeck (5.11.), Christine Henning (12.11.) und Lutz van der Horst (19.11.) jeweils eine 90-minütige Folge von „Geld oder Liebe“.

Hat Lutz van der Horst (39, „heute-show“, „Zimmer frei“, „Bus mit lustig“) da etwa Muffensausen? Er sagte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa: „Klar hab' ich Lampenfieber. „Geld oder Liebe“ ist eine Sendung, die ich in den Neunzigern regelmäßig geschaut habe. Da habe ich natürlich großen Respekt vor. Es wird nicht leicht sein, eine Show zu moderieren, die so vom Moderator geprägt ist wie diese. Deshalb werde ich erst gar nicht versuchen, Jürgen oder Lippe zu kopieren. Das kann nur schief gehen.“ Recht hat der Mann und fügt hinzu: „Mein großer Kindheitstraum war immer, eine Samstagabendshow zu moderieren. Jetzt hab ich's fast geschafft: Ich moderiere eine Ex-Samstagabendshow am Mittwochabend.“