Archivierter Artikel vom 24.02.2015, 16:39 Uhr
Sydney

Facebook-Hit: „Funky Friday“ lässt Zugreisende tanzen

„Möchten Sie tanzen?“, fragte die britische Entertainerin Katie Price, als sie das australische Video mit ihren Fans teilte. „Es sind Leute wie dieser, die mich zum Lächeln bringen. Gut gemacht, soviel Positivität zu verbreiten.”

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Im Video selbst sieht man den australischen Künstler Peter Sharp, der an einem Freitagabend im Februar unvermittelt in einem Zug in Perth aufsteht und die anderen Passagiere fragt: „Bin es nur ich oder ist so ein Zug manchmal ein emotionsloser Tunnel, wo die Menschen aufhören miteinander zu kommunizieren?“Dann ruft er aus, es sei „Funky Friday” (Lustiger Freitag) und fängt an, mit viel Elan zu tanzen.

Für einen kurzen Moment starren ihn die meisten Passagiere verblüfft an, doch überraschend schnell macht eine Frau mit. Bald schon „groovt“ fast der gesamte Zug, auch ein älterer Herr mit Rauschebart ist begeistert mit dabei. Innerhalb von nur sechzig Sekunden hat sich der Zug in eine Tanzparty verwandelt.

Die Aktion gefällt nicht nur den anwesenden Passagieren: Innerhalb weniger Tage erhielt das Video, das Peter Sharp über seine Facebookseite „The Liberators International“ hochlud, zehntausende Klicks, Shares und Likes. Auch die britische Band Jamiroquai, zu deren Lied „Canned Heat” unter anderem getanzt wird, lobte die spontane Tanzparty und schrieb auf Facebook „Wir lieben es, jeden dabei zu sehen, wie er ein wenig von dieser ‚Canned Heat‘ in die Fersen bekommen.” Die Millionen Fans der Band und wenig später von Katie Price, die das Video ebenfalls teilte, ließen das Video bald zu einem weltweiten Netzerfolg werden. Der australische Künstler hat sich häufiger bereits solcher Stunts bedient, um Reaktionen der Bevölkerung zu provozieren.

Auch in einem Supermarkt begann er schon mal zu tanzen. Doch seine aktuelle „Zugparty“ ist bisher einer seiner größten Erfolge, was auch an dem Tag liegen mag, den Sharp für seine soziales Experiment wählte. „Ich glaube, wenn das an einem Montag um sieben Uhr früh passiert wäre, dann wäre der Kerl ermordet worden“, schrieb Brad Green als Kommentar zu dem Video auf Facebook, worauf Sharp anwortete: „Respekt für die Passagiere ist etwas, das wir sehr ernst nehmen, wenn wir sowas machen.“ Dies sei ein Freitagabend gewesen. Wenn er aber etwas Ähnliches an einem Morgen machen würde, dann wäre das ein Lied zum Mitsingen oder etwas mit klassischer Musik.

Was Sharp wirklich mit seinem Experiment zeigen wollte, verriet er wenig später in seinem Blog. Ihm sei es dabei ganz darum gegangen, Liebe zu verbreiten – dadurch würden sich automatisch gesündere, mehr entgegenkommende soziale Denkweisen in unserer Gesellschaft formen, schreibt der Australier.

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Zugvideo aus Perth zum Internethit wurde. Im August vergangenen Jahres machte die westaustralische Eisenbahn schon einmal Schlagzeilen, als Menschen mit reiner Muskelkraft einen Mann retteten, der sein Bein am Bahnhof zwischen Zug und Bahnsteig verklemmt hatte. Hunderte Australier halfen damals spontan zusammen und kippten mit vereinten Kräften den Waggon soweit nach hinten, bis der Mann sich selbst befreien konnte.