Archivierter Artikel vom 29.04.2016, 14:40 Uhr
Ludwigshafen

Ein Pionier feiert Geburtstag: Vor 30 Jahren startete RPR1 als erstes landesweites Privatradio

In der BASF-Stadt wurde vor 30 Jahren Radiogeschichte geschrieben. Hier ging das erste landesweite Privatradio Deutschlands auf Sendung. RPR1., wie der Sender heute heißt, setzt stark auf digitale Angebote – mancher Hörer hat gar kein klassisches Ukw-Gerät mehr.

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In Ludwigshafen ging vor 30 Jahren das erste landesweite Privatradio Deutschlands auf Sendung: RPR1.
In Ludwigshafen ging vor 30 Jahren das erste landesweite Privatradio Deutschlands auf Sendung: RPR1.
Foto: dpa


Einst war er Radiopionier, heute dringt er mehr und mehr in digitale Welten vor: Der Sender RPR1. nutzt den Wandel in der Informationstechnologie wie andere Medien auch für neue Angebote. Neuester Plan: RPR1. will den Hörern Songlisten für die verschiedensten Situationen und Stimmungen anbieten. „Ob es Joggen, Bügeln oder vielleicht auch Duschen ist, RPR1. wird dafür eine Playlist anbieten“, kündigt Programmdirektor Karsten Kröger an.

Der moderne Rundfunk wird auch an diesem Samstag (30. April) Thema sein, wenn RPR1. – das erste landesweite Privatradio Deutschlands – sein 30-jähriges Bestehen feiert. Zu dem Event für geladene Gäste auf dem Hambacher Schloss hat sich neben Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) auch die Country-Rock-Band The BossHoss angesagt.

“Neues Kapitel in Medienordnung"

Begonnen hatte alles am 30. April 1986. Mit den Worten „Ich begrüße Sie herzlich zu einer bedeutsamen Stunde. Damit wird ein neues Kapitel in der Medienordnung der Bundesrepublik aufgeschlagen“, gab der damalige rheinland-pfälzische Ministerpräsident Bernhard Vogel (CDU) den Startschuss für den Ukw-Sendebetrieb. Zunächst teilte sich RPR, wie der Sender damals noch hieß, seine Frequenzen mit Pro Radio 4, Radio 85 und dem Linksrheinischen Rundfunk. 1991 wurden die Sender endgültig zum 24-Stunden-Vollprogramm zusammengefasst. 1993 wurde Radio RPR in RPR Eins umbenannt.

So sahen die RPR1-Moderatoren Anfang der 90er aus: Gerd Leienbach im Studio.
So sahen die RPR1-Moderatoren Anfang der 90er aus: Gerd Leienbach im Studio.
Foto: Gauls Koblenz


Heute liefern vier Regionalstudios und zwei Außenstudios Informationen für das Hauptprogramm und regionale Fenster. Das Gebiet des etwa 150 Mitarbeiter zählenden Senders erstreckt sich von Köln bis Karlsruhe und von Luxemburg bis Frankfurt. Pro Tag werden nach eigenen Angaben 1,215 Millionen Hörer erreicht. RPR1. gehört unter anderem Verlagen, Kammern und Kirchen sowie Verbänden und Vereinen. Hauptgesellschafter sind die MOIRA Rundfunk GmbH, der Mittelrhein-Verlag und die Verlagsgruppe Rhein Main.

Ukw-Radio noch Kernprodukt

Nach Angaben von Programmdirektor Kröger gehört RPR1. inzwischen „digital zu den am besten entwickelten Radiomarken Deutschlands“. Zwar bleibe das Ukw-Radio absolutes Kernprodukt, „aber unsere Hörer konsumieren unsere Inhalte und Angebote auch immer stärker über die verschiedenen digitalen Kanäle und Endgeräte“. Zum Beispiel über das Internet, das Smartphone oder über WLAN-Radio. „Immer mehr Menschen haben gar kein Ukw-Gerät mehr im Haus, sondern nutzen zum Beispiel ihre Smartphones, indem sie diese per Bluetooth an ihre Heimanlage koppeln“, sagt der Programmdirektor.

Um dem immer stärkeren Internetkonsum per Handy gerecht zu werden, will RPR1. im Herbst eine Internetseite mit neuen technischen Möglichkeiten präsentieren: „rpr1.de wird sich dann allen digitalen Endgeräten, also zum Beispiel den verschiedenen Handytypen und Tablets, automatisch anpassen und sich in der jeweils nutzerfreundlichsten Variante ausspielen“, sagt Kröger.