Archivierter Artikel vom 11.12.2014, 06:00 Uhr
Monte Carlo

Doppelter Nachwuchs: Monacos kleine Prinzen sind da

42 Kanonenschüsse, Kirchengeläut und ein Feiertag für alle Angestellten – das bringt diese freudige Nachricht: Das monegassische Fürstenhaus hat gleich doppelten Nachwuchs bekommen, einen Prinz und eine Prinzessin. Im Hospitalzentrum Princesse-Grace hat Fürstin Charlène (36) Zwillinge zur Welt gebracht.

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Jetzt sind die beiden wohl noch glücklicher als bei ihrer Trauung, wo dieses Foto entstand: Fürstin Charlène von Monaco und Fürst Albert II. freuen sich über ihre Zwillinge. Sie sollen Gabriella und Jacques heißen.  Foto: dpa
Jetzt sind die beiden wohl noch glücklicher als bei ihrer Trauung, wo dieses Foto entstand: Fürstin Charlène von Monaco und Fürst Albert II. freuen sich über ihre Zwillinge. Sie sollen Gabriella und Jacques heißen.
Foto: dpa

Von Hanns-Jochen Kaffsack

Die Bewohner des so kleinen, aber feinen Fürstentums an der Côte d'Azur waren somit aufgefordert, den Geburtstag wie Monacos Nationalfeiertag mit Fähnchen und Wimpeln zu feiern. Immerhin hatte der winzige Staat am Mittelmeer so lange auf das freudige Ereignis warten müssen. Nun ist es geschehen: Zwischen zwei Adventssonntagen und früher, als eigentlich von Fürst Albert II. (56) angekündigt, wurde Charlène erstmals Mutter.

Schon vorher war klar, dass der fürstliche Kindersegen auch die Thronfolge durcheinanderwirbelt. Bislang hatten die Monegassen vergeblich auf Nachwuchs beim Herrscherpaar gehofft. Die beiden unehelichen Kinder, die der Fürst schon hat, gelten nach monegassischem Gesetz als illegitim und kamen dafür nicht infrage.

Doch welcher Zwilling würde der Thronfolger? Die Reihenfolge bei der Geburt spielte dabei letztlich doch keine Rolle. Zwar erblickte als erstes Gabriella Thérèse Marie um 17.04 Uhr das Licht der Welt, während ihr Zwillingsbruder Jacques Honoré Rainier etwa zwei Minuten später um 17.06 Uhr kam. Was entscheidend gewesen wäre bei der Geburt zweier Mädchen, eben die Reihenfolge der Geburt, blieb nun unbedeutend, weil der Junge nach den Statuten in diesem Fall nun Thronerbe ist. Nach der monegassischen Verfassung ist es nämlich wichtig, wer der erste – legitime – Nachkomme des herrschenden Fürsten ist, wobei der männliche Nachwuchs Vorrang hat. Vor der Geburt hatte Albert noch betont: „Ich ziehe es vor, das Geschlecht des Babys nicht vor der Geburt zu kennen.“

Charlène wusste es wohl, sagte dem Gatten aber angeblich nichts. Seit einem halben Jahr erschien die Frau, die zuvor auf viele Beobachter häufig unglücklich gewirkt hatte, nur noch sehr selten in der Öffentlichkeit. Ein Nebeneffekt der Geburt fast dreieinhalb Jahre nach der Hochzeit des Paares ist somit, dass Alberts Schwester Prinzessin Caroline von Hannover (57) und ihr ältester Sohn Andrea Casiraghi (30) in der Linie der möglichen Thronfolger Monacos überholt wurden.

Nach einem historischen Vertrag aus dem 17. Jahrhundert haben die Neugeborenen auch gleich adelige Titel bekommen: Jacques ist somit bereits Marquis des Baux in der Provence, Gabriella Gräfin in der Auvergne. Ob nun zwei Jungen, zwei Mädchen oder ein Junge und ein Mädchen – ganz egal, so mögen manche Monegassen gedacht haben. Die Hauptsache dürfte für viele sein, dass die Grimaldis jetzt gesunden Nachwuchs haben, einen, der dann später den reichen Felsenstaat vor der Grenze zu Italien gut in die Zukunft steuern kann.

Begrüßt wurde der Nachwuchs deshalb mit jeweils 21 Kanonenschüsse für jedes Baby, einer Viertelstunde Glockenläuten und dem Tuten der Schiffshörner, das vom Hafen und der Mittelmeerküste herüber schallte. Der Hof kündigte zudem an, dass die Monegassen an einem Tag ihre neuen prinzlichen Mitbürger nebst den stolzen Eltern auf dem Platz vor dem Fürstenpalast persönlich begrüßen dürfen. Ein freier Tag extra für alle – das war es, was zur ausgelassenen Geburtstagsfeier im feinen Staat der Millionäre noch fehlte.