Archivierter Artikel vom 19.11.2012, 16:25 Uhr
Berlin

Crowdfunding: Fans holen Adolf, Stromberg und ein paar lebensmüde Lemminge auf die Leinwand

Was haben der Bürodiktator Stromberg, der gescheiterte Führer in seinem Bonker und ein paar lebensmüde Lemminge gemeinsam? Sie scheffeln Kohle im Netz oder haben das zumindest vor. Eine treue Fangemeinde wurde Filmemacher bei Christoph Maria Herbst, und nun sollen auch „Adolf, die alte Nazisau“ von Walter Moers und ein „Nicht Lustig“-Trickfilm von Joscha Sauer über Crowdfunding realisiert werden.

Berlin – Was haben der Bürodiktator Stromberg, der gescheiterte Führer in seinem Bonker und ein paar lebensmüde Lemminge gemeinsam? Sie scheffeln Kohle im Netz oder haben das zumindest vor. Eine treue Fangemeinde wurde Filmemacher bei Christoph Maria Herbst, und nun sollen auch „Adolf, die alte Nazisau“ von Walter Moers und ein „Nicht Lustig“-Trickfilm von Joscha Sauer über Crowdfunding realisiert werden.

Der Klassenprimus: Nur eine Woche dauerte es, bis Christoph Maria Herbst das Budget für den Strombergfilm zusammen hatte. Kinostart ist für das Frühjahr 2013 geplant.
Der Klassenprimus: Nur eine Woche dauerte es, bis Christoph Maria Herbst das Budget für den Strombergfilm zusammen hatte. Kinostart ist für das Frühjahr 2013 geplant.
Foto: Screenshots
Aus dem Internet heraus finanzieren Fans bewährte Formate. Bernd Stromberg – im wahren Leben Christoph Maria Herbst – hat vorgemacht, dass Fans auch in Deutschland zahlungswillig sind. Sein Projekt „Stromberg – der Film„ ist zur Zeit in Produktion. In nur einer Woche brachten 3000 Fans des wohl fiesesten Bürovorstehers Deutschlands das Geld für den Kinofilm auf.

Walter Moers zieht jetzt mit seiner Comic-Figur „Adolf“ nach. Nach einer zweiseitigen Kurzgeschichte, die Moers für das Satire-Magazin Titanic produzierte, erschienen zwischen 1998 und 2006 insgesamt drei Bände über „Adolf, die alte Nazisau“.

Das Zeichentrickvideo und der Song brachten dann genau die Qualitäten mit, die einen Klickerfolg im Netz ausmachen: Satire, schwarzen Humor und vor allem Verfügbarkeit.

Das als DVD-Beilage produzierte Video gelangte ins Netz und wurde von der stetig wachsenden Fangemeinde millionenfach geklickt.

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Crowdfunding funktionierte bereits für viele Projekte. Von aufwendigen Recherchen bis hin zu Reisen von Fotobloggern oder Musikprojekten. Die Fans wachsen über ihre Rolle als Zuschauer hinaus und werden zu Filmproduzenten und Sponsoren. Dass die Rechnung auch für Moers Trickfilmparodie aufgehen kann, macht ihm zur Zeit Joscha Sauer mit seinem “NICHT LUSTIG"-Projekt vor.

Binnen kürzester Zeit erzielte er online fast 70.000 Euro für sein Zeichentrickfilmprojekt. Der Cartoonist aus Frankfurt veröffentlichte 2003 erstmals seine Cartoons in Buchform. Schnell und gern teilt seine Fangemeinde auch die Werke via Facebook und Twitter. Egal ob lebensmüde Lemminge, coole Yetis oder die verwirrten Forscher – auch seine Figuren kommen an.

Auf seiner Seite erhalten Unterstützer schon mit dem ersten Euro für das Projekt einen Gegenwert. Die Katze im Sack kauft dabei niemand: die ersten 10 Minuten des Nicht Lustig Trickfilm sind bereits online für jedermann frei verfügbar.

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Die drei Projekte haben dabei unterschiedliche Crowdfundingstrategien. Während Joscha Sauer und Walter Moers voll auf ihre Fangemeinde setzen, können die Strombergunterstüzer auf eine Gewinnbeteiligung hoffen.

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