Archivierter Artikel vom 05.06.2014, 06:00 Uhr
Nürburgring

Bock auf Rock am Ring – doch wo feiern sie 2015?

Nürburg oder Mönchengladbach? Rennstrecke oder Militärgelände? Wenngleich sich diese Frage erst 2015 akut stellen wird, zeigen sich die Festivalbesucher von Rock am Ring (RaR) in diesen Tagen gespalten.

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"Grüne Hölle" oder nicht? Egal. Jetzt wird erst mal vier Tage in der Eifel abgerockt. Michael (24, Mitte) will dem Ring aber auch 2015 treu bleiben. Foto: dpa
„Grüne Hölle“ oder nicht? Egal. Jetzt wird erst mal vier Tage in der Eifel abgerockt. Michael (24, Mitte) will dem Ring aber auch 2015 treu bleiben.
Foto: dpa

Von unserem Mitarbeiter Andreas Wetzlar

Während das eine Lager klar hinter der einmaligen Kulisse und Atmosphäre in der Eifel steht, will das andere Lager Marek Lieberberg folgen, wenn dieser mit dem Festival-Zirkus seine Zelte im kommenden Jahr rund 130 Kilometer weiter nördlich aufschlagen will.

Umfrage
Umfrage: Bleibt ihr dem Musikfestival in der Eifel treu?

Welches Musikfestival werdet ihr im kommenden Jahr besuchen? Das neue Rockfestival „Grüne Hölle“ am Nürburgring? Oder folgt ihr „Rock am Ring“- Veranstalter Marek Lieberberg und seinem Festival-Zirkus nach Mönchengladbach?

Einmalige Kulisse: Die Eifel ist das wahre Mekka für Musikfans!
63%
464 Stimmen
Endlich! Ich freue mich auf die neue Location!
10%
76 Stimmen
Das ist mir völlig egal!
21%
152 Stimmen
Ich spiele lieber Golf.
6%
45 Stimmen

Von schlechter Stimmung oder gar Trauer war bei den Fans, die bereits am Mittwoch in die Eifel gereist sind, nichts zu sehen. Zu groß ist die Freude auf das anstehende Festival, das am heutigen Donnerstagnachmittag startet. Der 31-jährige Sascha aus Köln sagt: „Ich komme seit fast zehn Jahren zu Rock am Ring, weil ich die Mischung aus Musik und Camping hier in der Eifel liebe. Wie das Festival 2015 heißt oder wer Veranstalter ist, interessiert mich nicht.“

„Für die Fans kann es nur besser sein, wenn ein neuer Veranstalter kommt“, sagt Michael (24) aus Steineberg in der Eifel. Das Programm der Bands sei in diesem Jahr nicht so gut wie früher. Anders sehen das Jenny (27 Jahre) und Antonia (26): „Wir bleiben auf jeden Fall erst mal beim Original. Denn nur bei Rock am Ring gibt es diese Dichte an Topbands.“

Man möchte nicht auf Gewohntes verzichten

Beim Rundgang über die Campingplätze, die sich stündlich mehr und mehr füllen, hört man immer wieder „Der Freundeskreis entscheidet, zu welchem Festival wir fahren“ oder „Man kann nur hoffen, dass sich beide Veranstaltungen nicht gegenseitig machen“. Ganz wichtig ist den Fans der Eifel, dass sich kaum bis gar nichts an den Rahmenbedingungen ändern wird. Trotz aller Mühen und Unbequemlichkeiten will kaum ein Festivalgast auf Gewohntes verzichten.

Kaum bis keine Auswirkungen wird der Namenswechsel auf die Arbeit der Polizei haben. Pressesprecher Lars Brummer: „Sicher ist, dass sich unsere Arbeit im kommenden Jahr nach den dann anstehenden Erfordernissen richten wird.“ Unstrittig ist zudem, dass die Einsatzkräfte aus den vergangenen Jahren etliches an Erfahrung gewonnen haben. Dieses Wissen kann auf ähnliche Veranstaltungen übertragen werden.

Polizei möchte keine Spaßbremse sein

Zu diesen Erfahrungen zählt auch die Kontrolle der anreisenden Fans. An gleich mehreren Stellen haben die Beamten ihre Zelte aufgeschlagen. „Wir wollen keine Spaßverderber sein. Aber den Besuchern muss klar sein, dass sie nicht einen rechtsfreien Raum betreten“, erklärt Sandra Schaaf. Die Kriminalhauptkommissarin leitet die Kontrollstelle an der B 412 beim Ausflugshotel „Hohe Acht“. Im Visier der Beamten sind Drogen, gefährliche sowie verbotene Gegenstände und Waffen. Schaaf: „Die Auswahl der Fahrzeuge und Personen treffen routinierte Kollegen von der Schutzpolizei. Klare Regeln oder Vorgaben gibt es nicht, Erfahrung und Bauchgefühl sind besser.“

Daniel Stender (26)
Daniel Stender (26)
Foto: Andreas Wetzlar

Die Festivalbesucher nehmen den ungeplanten Stopp an der Kontrollstelle entspannt auf. „Das dient auch unserer Sicherheit. Es gibt sicher bei mehr als 70.000 Fans den einen oder anderen schrägen Vogel“, meint Philipp, dessen Auto gerade einer intensiven Untersuchung unterzogen wird. Wenige Meter weiter hat die Polizei vierbeinige Verstärkung. Im Fahrzeug eines jungen Paares waren die Beamten stutzig geworden. Jetzt ist einer der drei Drogenspürhunde gefragt. Nach wenigen Minuten – der Hund hatte kräftig am Grillgut geschnüffelt, aber nicht angeschlagen – ist klar: Hier ist alles sauber.

Das Thema Sicherheit beschränkt sich für die Polizei nicht auf die Anfahrtskontrolle. Brummer: „Während des Festivals sind wir an vielen Orten präsent – in Uniform und Zivil.“ Und noch ein Tipp für ein sicheres Wochenende: Wertgegenstände sollten nicht im Zelt bleiben oder auf das Festivalgelände mitgenommen, sondern im Auto oder im Schließfach deponiert werden.