Archivierter Artikel vom 08.08.2014, 06:58 Uhr
Berlin

Als Gottheit verehrt – im Netz begehrt: Katzen sind des Menschen Liebling

Im alten Ägypten wurde eine Gottheit in Gestalt einer Katze verehrt, und auch einige Tausend Jahre später scheint sich an der Bewunderung wenig geändert zu haben. Die Huldigung der vierbeinigen Gefährten setzt sich in der digitalen Welt fort. Katzen zählen zu den Stars des Internets. In der Offline-Welt gibt es zu ihren Ehren am Freitag den Weltkatzentag.

„Bitte, lieber Gott, lass mich heute eine besonders fette Maus fangen.“

„Uff, schon wieder ein Leben weniger. Blöder Schleudergang.“

Lecker, Mäuschen!

„Nebenan soll eine neue Mieze eingezogen sein.“

Einmal schwarzer Kater.

In „Miami Mice“ sah das eleganter aus.

Rubbel die Katz!

„Mama hat gesagt, ich darf noch eine Stunde.“

Katzenklo.

„Ich habe ne neue Maus!“

„Wir träumen schon mal vom siebten Katzenhimmel...“

Katzenjammer.

„Wehe Du petzt der Putzfrau, dass ich eine Katze habe.“

„Ja, ich habe im Urlaub nur auf der linken Seite gelegen. Ja, es war sonnig.“

Naschkatze.

„Ich bin Batman!“...

...„Warum so ernst?“

Und die Welt steht Katz.

„Hast du mich gerade fett genannt? Ich bin doch nicht Garfield!“

Falsche Katze: TV-Sternchen Daniela Katzenberger.

Wie süüüüß...

„Hau ab, sonst rutscht mir die Pfote aus!“

„Ich konnte ja nicht ahnen, dass Du mit mir raus willst.“

Ein unzähmbares Kätzchen: Michelle Pfeiffer als Catwoman im Film „Batman Returns“ aus dem Jahr 1992.

„Wo ist der Catwalk?“

Zeit für ein Anti-Aggressions-Training.

Katze macht den Bossanova im Schnee

„Ich will doch nur spielen“

„Ich habe dich sooo lieb...“

„Ey, nicht so feste, Waldi!“

„Oh toll, ein neues Foto-Handy!“

Hier muss wohl jemand noch mal zum Zahnarzt.

dpa

„Grumpie ist mein zweiter Vorname.“

„Ich finde dieses Firefox-Logo auch sexistisch. Immerhin kann ich mich mit diesem Foto brüsten.“

„Ich kann doch auch nix für meine Augenfarbe...“

„Wenn ich nicht hier bin, bin ich auf'm Sonnendeck.“

„Da habe ich den Mund mal wieder zu voll genommen“

„Wir würden keiner Maus ein Haar krümmen. Ehrenwort!“

Zeit zum Kuscheln?

„Mach das mal mit Deinem Dalmatiner.“

„Noch 'ne Runde! Los, los!“

dpa

„Ich bin Omas Liebling, ätsch!“

Schmusekatzen.

So sieht es aus, wenn eine Katze eine Schnute macht.

Bei uns geht's nicht so tierisch zu...

Der Zahnersatz kommt morgen...

„Vermutlich macht er jetzt wieder so ein Foto für Facebook.“

„Wann kommt James denn endlich mit dem Wagen? Streuner...“

„Was soll das heißen, so wurden Zebrastreifen erfunden?“

„Wir wollten zum Verkleidungswettbewerb 'Die Schöne und das Biest'.“

dpa

Die bei der Rhein-Zeitung machen Fotogalerien, danach bin ich regelmäßig fertig.

Ihren Siegeszug haben Katzen den Mitmach-Plattformen des Webs zu verdanken. Fotos der Stubentiger sind seit Jahren wesentlicher Bestandteil der Internet-Kultur. Sie zeigen die Haustiere oft in witzigen Situationen: Katzen lassen sich von Schildkröten durch die Gegend tragen, schlecken Wasser aus dem laufenden Hahn oder versagen kläglich beim Sprung von Autodach auf Garagentor.

Katzenbilder liefern zudem vortreffliche Vorlagen für Memes. Die sind eine Art Insiderwitz mit Mitmacheffekt: Abstruse oder lustige Bilder werden mit einen Text in Großbuchstaben versehen und im Netz geteilt. Die Vorlagen werden immer wieder abgewandelt und weiterverbreitet. Die Webseite Know Your Meme zählt mehr als 180 Einträge für Katzen-Memes. Eines der bekanntesten sind die „Lolcats“, die mit ihrem grammatikalisch falschen Text weit über die Meme-Kerngruppe der Forenbenutzer hinaus verwendet werden.

„Lolcats waren die ersten Memes, die wirklich in die Mainstream-Kultur hinübergeschwappt sind“, sagte Kate Miltner auf der Netzkonferenz Republica vergangenes Jahr in Berlin. Miltner ist Expertin für Katzenfotos: Sie schrieb darüber an der renommierten London School of Economics ihre Masterarbeit.

Folglich hat sie eine These, warum gerade Katzen so beliebt sind. „Wir lachen praktisch über uns selbst mittels der Lolcats.“ Wer traurig, aufgebracht oder verkatert ist, kann das mithilfe des passenden Katzenbildes darstellen. „Menschen nutzen Lolcats, um ihre Gefühle auszudrücken“. Vorlagen liefern die Vierbeiner genug. „Wenn Katzen sich einfach wie Katzen verhalten, aber dabei wirken wie Menschen, ist das wirklich reizvoll.“

Einige Katzen haben ihren Online-Erfolg sogar in die Offline-Welt getragen. Das berühmteste Beispiel ist Grumpy Cat, eine dauerhaft mürrisch dreinschauende Katze aus den USA. Ihr Siegeszug geht auf ein Foto zurück, das der Bruder der Besitzerin auf der Diskussionsseite Reddit veröffentlichte. Der Spitzname ist Programm: Grumpy heißt auf Englisch grummelig. „Einmal hatte ich Spaß. Es war schrecklich“, wird Grumpy Cat in einer Abwandlung des Bildes in den Mund gelegt. Mittlerweile trat die Katze bei den MTV Music Awards auf, es gibt ein Buch über sie.

Auch der Kater der Berlinerin Katja Dittrich kam zu literarischen Ehren. In ihrem Buch „Cat Content – SMS von meinem Kater“ tauscht Dittrich unterhaltsam ausgedachte Nachrichten mit ihrem Haustier („Im Nachbarsgarten gab's Suppe“ – „Das ist eine Vogeltränke!!“).

Doch die Konkurrenz schläft nicht – oder sieht dabei noch niedlicher aus. Auf Webseiten wie Buzzfeed, die nah am Puls der Netzkultur sind, gibt es eine ganze Zoolandschaft zu bewundern. Giraffen, Faultiere und kleine Zicklein finden sich dort. Und natürlich Hunde. Doch die eignen sich Miltner zufolge nicht so gut für Memes: „Es ist einfacher für uns, unsere Gefühle auf Katzen zu übertragen, denn ihnen wird mehr eigener Wille zugeschrieben“, sagte sie auf der Republica. Dabei gibt die Katzenkultur-Expertin zu: „Ich bin eigentlich mehr ein Hunde-Mensch.“ Sie sei allergisch gegen Katzenhaare.