Archivierter Artikel vom 15.11.2013, 15:33 Uhr

65. Bambi-Gala – Preise für Miley Cyrus, Udo Jürgens und Bill Gates

Berlin- Bambi-Glanz in Berlin: Gerührte Stars und sozial engagierte Helfer werden mit dem Medienpreis ausgezeichnet. Die Einschaltquote stimmt auch wieder. Am Ende sorgt aber ein Versprecher für Wirbel.

Robbie Williams und Helene Fischer.
Robbie Williams und Helene Fischer.
Foto: dpa

Großer Auftritt für Showgrößen, aber auch viele nicht im Rampenlicht arbeitende Helfer aus aller Welt: Bei der 65. Bambi-Verleihung wurden am Donnerstagabend in Berlin Stars wie Miley Cyrus, Robbie Williams, Udo Jürgens und Andrea Berg ausgezeichnet. Für ihr soziales Engagement erhielten einen Bambi außerdem Microsoft-Mitbegründer Bill Gates, die Macher eines Sportprojekts für Jugendliche und eine Italienerin, die Bootsflüchtlinge vor Lampedusa rettete. Ein kleiner Patzer unterlief am Ende der Gala der Schlager-Königin Helene Fischer, die sich bei einer anderen Veranstaltung wähnte und zum Abschied „Das war der Echo 2013“ rief.

Die ARD-Übertragung der Gala interessierte das deutsche TV-Publikum deutlich mehr als im Vorjahr. 4,82 Millionen Zuschauer sahen die drei Stunden lange Show, der Marktanteil betrug 16,9 Prozent. 2012 hatten lediglich 2,61 Millionen Zuschauer (9,3 Prozent) die Fernseher eingeschaltet. Ein harter Gegner für Bambi 2013 war allerdings zeitgleich um 20.15 Uhr der Staffel-Start der ZDF-Serie „Der Bergdoktor“, den 5,22 Millionen Menschen (16,0 Prozent) verfolgten. Die ProSieben-Castingshow „The Voice of Germany“ musste sich mit 3,44 Millionen Zuschauern (11,0 Prozent) zufriedengeben.

Beim Bambi gab es zahlreiche bewegende Momente, zum Beispiel als Udo Jürgens für seine jahrzehntelange Karriere den Preis für das Lebenswerk erhielt und sich natürlich musikalisch bedankte. „Ich bin unendlich stolz, dass ich diesen Bambi heute mitnehmen darf“, sagte der gebürtige Österreicher. Berührend war auch die emotionale Dankesrede von Fußball-Trainer Jupp Heynckes, der das vergoldete Rehkitz von Pep Guardiola, seinem Nachfolger beim FC Bayern München, überreicht bekam.

Gänzlich skandalfrei brachte US-Popstar Miley Cyrus ihren Auftritt über die Bühne – zur Enttäuschung vieler der 800 Galagäste. Zuletzt hatte die 20-Jährige mit lasziven Posen und einem öffentlich gerauchten Joint für Schlagzeilen gesorgt. Der britische Sänger Robbie Williams sorgte als Gastgeber der Show und Preisträger in der Kategorie bester Entertainer für lässigen Swing und beste Laune.

Bei den Schauspieler-Preisen setzten sich Nadja Uhl („Operation Zucker“) und Tom Schilling („Unsere Mütter, unsere Väter“) gegen jeweils zwei Mitnominierte durch. Der Bambi für den besten Film ging an die Komödie „Schlussmacher“ von Matthias Schweighöfer. Beim Publikumspreis Comedy siegte der Puppenspieler Sascha Grammel.

Geiger David Garrett gehörte ebenfalls zu den Preisträgern. Ex-Spice-Girl und Designerin Victoria Beckham nahm ihren Bambi in der Kategorie Fashion aus den Händen von Karl Lagerfeld entgegen. „Ich bin einer ihrer größten Bewunderer“, sagte der Modeschöpfer.

Als Bill Gates den „Millenium-Bambi“ für sein gesellschaftliches Engagement und seinen Kampf gegen Armut entgegennahm, erhob sich das Publikum von den Plätzen und spendete langen Applaus. Es sei eine große Ehre für seine Frau Melinda und ihn, sagte Gates.

Mit dem Bambi für Integration wurde das Berliner Jugendprojekt „Mitternachtssport“ ausgezeichnet, das laut Initiator Ismail Öner Jugendliche mit Sport von der Straße holt und sich gegen Gewalt engagiert. Die Italienerin Grazia Migliosini erhielt den „Unsere Erde“-Bambi für ihren Einsatz für Bootsflüchtlinge vor Lampedusa.

Gleich 35 „Tatort“-Kommissare ehrten Gunther Witte, den Erfinder der ARD-Krimireihe, mit dem Ehrenpreis der Jury. Witte sagte: „Der Tatort lebt und er wird noch lange leben.“ Ermittler-Darsteller wie Eva Mattes, Til Schweiger, Axel Prahl, Ulrike Folkerts, Sabine Postel und Maria Furtwängler, die Frau des Verlegers Hubert Burda, applaudierten. Den Publikumspreis gewann das Boulevardmagazin „Brisant“ (ARD).

Der Bambi wird seit 1948 verliehen und gilt als ältester deutscher Medienpreis. Hubert Burda Media („Bunte“, „Focus“) verlieh die Rehkitz-Statuen in diesem Jahr in 17 Kategorien.

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dpa