"Dachhaie" sind unseriöse Handwerker, die mit Haustürgeschäften, vorgetäuschten Dachschäden und angeblichen "Restarbeiten" Hausbesitzer überrumpeln. Sie bieten günstige Reparaturen (z.B. Dachrinnenreinigung) an, die zu massiv überteuerten, minderwertigen Sanierungen führen.
Zu einem solchen Fall kam es neulich auch in einem Ort in der Verbandsgemeinde Baumholder. Nachmittags klingelte es an der Haustür eines älteren Mannes. Als dieser die Tür öffnete, standen drei Personen davor, die ihm anboten, die Dachrinnen und Fallrohre an seinem Anwesen für 280 Euro zu erneuern. Die Männer trugen Arbeitskleidung und waren mit einem Transporter mit der Folierung "Dachkompetenz seit 30 Jahren" vorgefahren.
Der Hauseigentümer willigte ob des für ihn niedrigen Preises in die Arbeiten ein.
Nachdem die drei Männer ihr Werk begonnen und bereits einige Meter Dachrinnen in luftiger Höhe ohne Gerüst und nur auf Leitern stehend ausgetauscht hatten, forderte der Wortführer plötzlich einen Betrag von 7500 Euro für die Arbeiten. Angeblich wären die 280 Euro der Preis für den laufenden Meter. Als sich der Hauseigentümer weigerte, diesen hohen Betrag zu begleichen, weil er auch nur wenig Bargeld zuhause hätte, halbierte der Täter plötzlich den Preis und bedrängte das überraschte Opfer, den Betrag sofort zu begleichen. Wenn der Rentner sofort bezahlen würde, könne man auch auf die Mehrwertsteuer verzichten und es ohne Rechnungsstellung vollziehen. Des Weiteren verlangte der Wortführer von dem überrumpelten Mann, mit ihm zur nächstgelegenen Bank zu fahren, damit er dort das Geld von seinem Konto abheben könne, um die Arbeiter zu bezahlen.
Glücklicherweise wurde ein ortsansässiger Dachdeckermeister zufällig auf den Sachverhalt aufmerksam. Er sah nämlich den Transporter der Täter vor dem Anwesen stehen und mischte sich ein. Er sprach die drei Herren offensiv an, welche Arbeiten sie zu welchem Preis ausführen würden. Als der Dachdeckermeister den von den Arbeitern genannten Peis hörte, rief er sofort die Polizei an. Die drei unseriösen Handwerker bekamen dies mit und ergriffen die Flucht, sie konnten aber im Nachgang ermittelt werden.
Die Krimimalpolizei Idar-Oberstein rät in solchen Fällen Folgendes:
Haustürgeschäfte ablehnen: Unangekündigte Handwerker niemals auf das Dach lassen.
Vergleichsangebote einholen: Immer Angebote von lokalen, renommierten Dachdeckerbetrieben einholen.
Kritisch bleiben: Bei angeblichen akuten Schäden skeptisch sein - ein undichtes Dach macht sich meist durch Feuchtigkeit im Innenraum bemerkbar.
Kein Bargeld: Niemals Bargeld an der Haustür übergeben.
Verträge prüfen: Keine Verträge unter Druck unterschreiben.
Polizei rufen: Bei Verdacht auf Betrug die Polizei informieren.
Allgemein gesprochen gibt es typische Merkmale und Betrugsmaschen der sogenannten "Dachhaie"
Unangekündigtes Auftreten: Sie klingeln unerwartet an der Haustür, oft bei Senioren, und behaupten, in der Nachbarschaft Restmaterial übrig zu haben.
Vorgetäuschte Schäden: Sie behaupten, das Dach sei undicht oder beschädigt, und zeigen oft gefälschte Beweisstücke (z.B. mitgebrachte kaputte Ziegel).
Massive Preistreiberei: Aus einem günstigen Lockangebot (z. B. 50 Euro für Dachrinnenreinigung) wird schnell eine Sanierung für zehntausende Euro.
Druck und Panikmache: Es wird behauptet, das Dach sei akut einsturzgefährdet, um den Eigentümer zu einer sofortigen Unterschrift zu drängen.
Stümperhafte Arbeit: Die Arbeiten werden oft ohne Fachkenntnisse ausgeführt, unfertig hinterlassen oder verschlimmern die Situation.
Forderung von Bargeld: Es wird Vorkasse oder Barzahlung verlangt, oft mehrere tausend Euro direkt am Wohnzimmertisch.
Rückfragen bitte an:
Kriminalinspektion Idar-Oberstein
Hauptstraße 236
55743 Idar-Oberstein
Telefon: 06781-5610
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Dachdecker entlarvt "Dachhaie" - Präventionshinweise der Kriminalinspektion Idar-Oberstein

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