Cochem
Verkehrsunfallbilanz der Polizeiinspektion Cochem für das Jahr 2025
Polizist mit Handschellen
Symbolbild
Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Im Jahr 2025 wurden im zugewiesenen Dienstgebiet der Polizeiinspektion Cochem insgesamt 1550 Verkehrsunfälle aufgenommen.

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Das sind 28 weniger als im Jahr zuvor. Die aktuelle Zahl gibt fast genau die durchschnittlichen Zahlen der letzten fünf Jahre wieder.
Im vergangenen Jahr musste ein Verkehrsunfall mit einer tödlich verletzten Person bearbeitet werden.

Hier die Zahlen der getöteten Verkehrsteilnehmer der vergangenen Jahre:

2025 - eine Person

2024 - fünf Personen

2023 - drei Personen

2022 - eine Person

2021 - eine Person

Verletztenzahlen weiter rückläufig:

Im letzten Jahr wurden in hiesigem Bereich lediglich 28 Personen im öffentlichen Straßenverkehr schwerverletzt. Der Durchschnitt der letzten 5 Jahre liegt bei 41 Schwerverletzten. Eine schwere Verletzung liegt vor, wenn die Person über 24 Stunden stationär aufgenommen wurde.
Die Zahl der Leichtverletzten liegt bei 157, das bedeutet eine Minderung der Zahl im Vergleich zum letzten Jahr um elf Personen und liegt leicht unter dem Durchschnitt der letzten Jahre.

762 Verkehrsunfälle ereigneten sich innerhalb geschlossener Ortschaften und 788 außerhalb.

Die Unfallursachen listen sich in ihrer Häufigkeit im Jahr 2025 wie folgt auf:

- Wild auf der Fahrbahn (29,8 %)
- Fehler beim Parken oder Vorbeifahren an parkenden Fahrzeugen
(27,9 %)
- Fehler beim Wenden, Abbiegen oder Rückwärtsfahren (11,7 %)
- nicht angepasste Geschwindigkeit (9 %)
- regelwidrige Straßenbenutzung (6,8 % - wie Verstoß
Rechtsfahrgebot, unerlaubte Fahrbahnnutzung)
- mangelnder Sicherheitsabstand nach vorne (5,5 %)
- Vorfahrtsverstöße (4 %)
- Verkehrstüchtigkeit (1,9 % - Alkohol/Drogen, Übermüdung,
körperliche/ geistige Mängel)
- Rest (3,4 % - Überholen, Ladung, Nebeneinanderfahren, Ablenkung,
Verkehrssicherung, andere äußere Einflüsse)

Die Anzahl der Fälle des angezeigten, unerlaubten Entfernens vom Unfallort liegt mit 262 über dem Durchschnitt der Zahlen der letzten Jahre. Der Durchschnitt liegt bei 241 Verkehrsunfällen mit Flucht. Darunter waren im Jahr 2025 nur sieben mit Personenschaden. Die Aufklärungsquote liegt insgesamt bei fast 36 %.

Zahl der Unfälle mit Kindern:

Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Kinderbeteiligung liegt bei elf, wobei insgesamt neun Kinder verletzt wurden. Vier Kinder waren dabei mit dem Rad unterwegs, eines wurde an einem Fußgängerüberweg
angefahren und vier als Mitfahrer verletzt.

Zahl der motorisierten Zweiradunfälle:

Mit 61 Verkehrsunfällen unter der Beteiligung von Krafträdern im Jahr 2025 ist die Zahl, nach einem starken Rückgang im Jahr 2024, wieder auf Normalniveau angewachsen. Hierbei wurde ein Motorradfahrer getötet, 16 schwer und 25 leicht verletzt. 43 Verkehrsunfälle mit
Kraftradfahrern, über 70 Prozent, wurden von den Kraftradfahrern selbst verursacht, dies fast ausschließlich durch nicht angepasste Geschwindigkeit. Leider muss angeführt werden, dass allein 17 der Verkehrsunfälle durch ausländische Verkehrsteilnehmer herbeigeführt wurden. Dies begründet sich durch den starken Motorradtourismus auf den hiesigen Serpentinenstrecken.

Die Kraftradfahrer im Allgemeinen werden seit Jahren als Risikogruppe geführt, da sie verhältnismäßig häufig Verkehrsunfälle verursachen und aufgrund der fehlenden passiven Sicherheit die schlimmsten Unfallfolgen herbeiführen. 2025 verursachten sie mehr als die Hälfte der Schwerverletztenzahl.

Alkohol und/oder Drogen:

Insgesamt 29 mal wurden berauschende Mittel als Ursache für ein schädigendes Ereignis im öffentlichen Verkehrsraum festgestellt.
In 28 Fällen war dabei Alkoholeinfluss verursachend, jedoch wurde nur zweimal ein Mischkonsum mit Drogen ermittelt.
Im Allgemeinen ist ein starker Anstieg des Drogeneinflusses im Verkehrsraum festzustellen. Die Polizeiinspektion musste im Jahr 2025 fast 130 Fahrten unter Einfluss von berauschenden Mitteln feststellen. Davon führten circa 50 % ihr Fahrzeug unter Drogeneinfluss.
Da die Verkehrsüberwachung selbstverständlich nur stichprobenartig möglich ist, muss von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen werden.

Weniger Unfälle mit jungen Erwachsenen (18 - 24 Jahre):
Im Jahr 2025 gab es 244 Verkehrsunfälle unter der Beteiligung von jungen Erwachsenen, 2024 waren es noch 289. Fast 80 Prozent der Unfälle wurden von der Gruppe selbst verursacht. Hierbei wurden vier Personen schwer- und 16 leichtverletzt.

Viele Unfälle mit Senioren:

Senioren (ab 65 Jahre) waren im Jahr 2025 an 358 Verkehrsunfällen beteiligt. Bei den Verkehrsunfällen unter der Beteiligung von Senioren wurden acht Personen schwer und 33
leicht verletzt. Die Zahl der schwerverletzten Senioren liegt hier leicht unter,- und die der leichtverletzten über denen der letzten Jahre. Die betreffende Risikogruppe war in 277 Fällen Hauptverursacher des Verkehrsunfalls, das ist ein Prozentsatz von fast 75.

An 152 Verkehrsunfällen unter der Beteiligung von Senioren waren Fahrzeugführer ab einem
Alter von 75 Jahren beteiligt. Über 80 Prozent dieser Unfälle wurden von dieser Altersgruppe selbst verursacht.
Die Gesamtzahlen der Verkehrsunfälle beider Altersgruppen sind auf einem Höchststand. Dies dürfte nicht zuletzt auf die alternde Gesamtgesellschaft zurückzuführen sein.

Vermehrt Verkehrsunfälle mit Radfahrern:
Mit 47 Verkehrsunfällen unter Beteiligung von Radfahrern ist die Zahl leicht angestiegen. In 2025 wurden sechs Radfahrer schwer und 39 leicht verletzt, das sind circa ein Viertel der Gesamtverletztenzahlen.
In 40 Fällen waren die Radfahrer die Hauptverursacher. Zumeist geschieht die Verursachung
alleinbeteiligt oder zwischen Radfahrern. Die angeführten Zahlen spiegeln aus hiesiger Sicht nicht die hohe Dichte des Radverkehrs an der Mosel wider und sind somit differenziert zu betrachten.

Anzahl der Wildunfälle rückläufig:

Im vergangenen Jahr wurden 462 Wildunfälle aufgenommen, so wenige wie lange nicht mehr. In den letzten Jahren lag der Durchschnitt bei ca. 520 Zusammenstößen mit Wildtieren.
Die Straßenmeistereien Cochem und Alf führen, wo es möglich ist, weiträumige Mäharbeiten und die
Kürzung des Untergehölzes durch. Dem Verkehrsteilnehmer soll damit ein frühestmögliches
Wahrnehmen des Wildes ermöglicht werden.
Die Polizeiinspektion Cochem bittet weiterhin, insbesondere bei Wildwechselbeschilderung und dem Durchfahren von bewaldetem Gebiet, um gesteigerte Sorgfalt und verringerte
Geschwindigkeit.

Rückfragen bitte an:

Polizeiinspektion Cochem
Telefon: 02671-984-0
E-Mail: picochem@polizei.rlp.de
Ansprechpartner: Herr PHK Joachim Koller


Original-Content von: Polizeidirektion Mayen, übermittelt durch news aktuell

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