Polizeiinspektion Mayen
Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2025 Straftatenentwicklung im Bereich der Polizeiinspektion Mayen
In Polizei-Westen gekleidete Polizisten
Symbolbild
Silas Stein/dpa. Silas Stein/dpa/Archivbild

Die Beschäftigten der Polizeiinspektion Mayen betreuen das Flächengebiet der Stadt Mayen, sowie der Verbandsgemeinden Maifeld, Mendig und in Teilen der VG Vordereifel.

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Für diesen Bereich sind ca. 72000 Einwohner gemeldet.

Im Jahr 2024 erfolgte im Rahmen einer Umorganisation der Polizei, insbesondere der Kriminalpolizei, eine Änderung der sachlichen Zuständigkeiten. Es wurde unter anderem eine Zentrale Anzeigenbearbeitung geschaffen. In diesem Bereich, welcher der Kriminalpolizei zugeordnet ist, erfolgt eine zentrale Sachbearbeitung sogenannter Massendelikte durch erfahrene Polizeibeamtinnen und -beamte. Hierdurch soll eine Entlastung des Bezirksdienstes bei den Polizeiinspektionen erfolgen.
In Teilbereichen wirkt sich die Organisationsänderung auch noch in den Vergleichszahlen des Jahres 2025 aus.

Nach der aktuellen PKS für das Kalenderjahr 2025 wurden im Bereich der Polizeiinspektion Mayen 2928 Straftaten, hierin sind Verkehrsdelikte nicht erfasst, zur Anzeige gebracht. Dies stellt gegenüber 2024 einen deutlichen Rückgang von 327 (2024 - 3255) Anzeigen dar. Prozentual ausgedrückt also ein Rückgang der Gesamtzahl um etwa 10% gegenüber dem Vorjahr.
1705 (2024 1915) der erfassten Straftaten wurden abschließend von der Polizeiinspektion Mayen bearbeitet und zur Entscheidung der Staatsanwaltschaft Koblenz vorgelegt. Dies bedeutet einen, wie oben beschrieben auch organisationsbedingten, Rückgang um 210 Strafanzeigen (= -10,9 %).

Die weiteren Strafanzeigen wurden durch die Kriminalinspektion Mayen oder andere Fachbehörden (bspw. auch die Zentrale Anzeigenbearbeitung, ausgehend von den Zuständigkeitsregelungen) bearbeitet.

Die Aufklärungsquote lag im abgelaufenen Kalenderjahr bei 65,1 % (2024 65,8 %) für alle Straftaten und bei 74,0 % (2024 71,9 %) für die abschließend durch die Polizeiinspektion Mayen bearbeiteten Delikte. Auch hier erklärt sich die Differenz durch die bereits mehrfach beschriebenen Zuständigkeitsveränderungen.

Für die jeweiligen Verwaltungsbezirke ergeben sich nachfolgende Fallzahlen und Aufklärungsquoten (Klammerdaten aus 2024):

Stadt Mayen 1431 AQ 66,6 % (1649 AQ 67,8 %)

VG Maifeld 702 AQ 62,3 % ( 709 AQ 59,0 %)

VG Mendig 521 AQ 63,7 % ( 568 AQ 69,4 %)

VG Vordereifel 274 AQ 67,2 % ( 329 AQ 64,7 %)

Nachfolgend eine Übersicht für verschiedene Orte aus den jeweiligen Verbandsgemeinden:

Stadt Polch 251 AQ 62,2 % (257 61,5 %)
Stadt Münstermaifeld 67 AQ 55,2% (77 62,3 %)
Gemeinde Mertloch 15 AQ 33,3 % (16 62,5 %)
Gemeinde Ochtendung 216 AQ 64,8 % (203 56,2 %)

Gemeinde Ettringen 60 AQ 75,0 % (69 71,0 %)
Gemeinde Kehrig 42 AQ 61,9 % (60 56,7 %)
Gemeinde Kottenheim 81 AQ 64,2 % (75 49,3 %)

Stadt Mendig 414 AQ 65,2 % (449 69,3 %)
Gemeinde Bell 41 AQ 51,2 % (29 65,5 %)

Insgesamt konnten zu den bekanntgewordenen Fällen 1519 Tatverdächtige (TV) ermittelt werden (2024: 1598).
Männer waren mit 1149 (75,6%) und Frauen mit 370 (24,4 %) vertreten.
320 Tatverdächtige hatten nicht die deutsche Staatsangehörigkeit, was einem Anteil an den ermittelten Tatverdächtigen von 21,1 % entspricht.

Bei einer Betrachtung des Alters von Tatverdächtigen muss festgestellt werden, dass 291 Tatverdächtige unter 21 Jahren alt waren, wobei 65 Personen der Altersgruppe 16 bis 18 Jahre angehörten.
68 ermittelte TV waren bis 14 Jahre alt, also strafunmündige Kinder.

Auswertung zu verschiedenen Deliktsbereichen im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Mayen

Delikte mit Gewaltanwendung oder Drohung mit Gewaltanwendung
650-mal wurden Sachverhalte bekannt, die dem Deliktsbereich "Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit" zuzuordnen sind. Gegenüber 2024 (697) bedeutet dies eine Abnahme um 47 Fälle und dürfte einem "normalen" Schwankungsbereich zuzuordnen sein.

Körperverletzungen (KV-Delikte) wurden in 2025 in 416 (467) Fällen angezeigt.
In diesem Deliktsbereich liegt die Aufklärungsquote bei 93,3 %.

Insgesamt wurden bei der Polizei Mayen im Jahr 2025 insgesamt 223 Fälle Häuslicher Gewalt, hierzu zählt Partnerschaftsgewalt, Innerfamiliäre Gewalt, Gewalt unter Senioren auch in der Pflege und Gewalt diverser Personen registriert.
132-mal (140 in 2024) mussten im vergangenen Jahr Polizeibeamtinnen und -beamte in Bereich Partnerschaftsgewalt einwirken, da Beziehungsstreitigkeiten in handgreiflichen Auseinandersetzungen endeten. In 92 Fällen wurde bei innerfamiliärer Gewalt, bei Gewalt unter Senioren und in der Pflege interveniert. Fälle im Bereich diverser Gewalt wurden im Jahr 2025 nicht zur Anzeige gebracht. Bei allen Fällen Häuslicher Gewalt wurden hierbei die wiederholten und wechselseitig begangen Delikte mitberücksichtigt. Die Ermittlung der Tatverdächtigen (TV), belegte, dass das männliche Geschlecht den überwiegenden Anteil gewalttätiger Personen bei Häuslicher Gewalt innehat (83 TV männlich, 24 TV weiblich).
Neben den strafrechtlichen Ermittlungsarbeiten wird seitens der Polizei ein besonderer Wert auf Hilfestellungen und Problemlösungsprozesse gelegt.
Beiden Partnern werden freiwillig Hilfs- und Beratungsangebote für sich selbst, aber auch für betroffene Kinder aufgezeigt.
9 Ermittlungsvorgänge (6 / 2024) wurden wegen Nachstellung, sogenanntem Stalking, bearbeitet.

Die Polizeiinspektion Mayen ist schon langjährig in ein flächendeckendes Netzwerk, unter anderem das "Mayener Forum gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen", eingebunden. Hierzu können Informationen und Hilfsangebote unter
www.mayener-forum-gegen-gewalt.de abgerufen werden. Ebenso bietet der Weiße Ring WEISSER RING e. V. und die Lebensberatung Mayen Start | Lebensberatung Mayen professionelle Beratungsangebote rund um das Thema Häusliche Gewalt an.

Eigentumskriminalität

Im Bereich der Diebstahlsdelikte ohne erschwerende Umstände wurden im Bereich der Polizeiinspektion Mayen 441 Fälle bekannt von welchen 309 Fälle abschließend bei der Polizeiinspektion Mayen bearbeitet wurden.

Die Aufklärungsquote der Polizeiinspektion Mayen liegt in diesem Deliktsbereich bei 37,4 %.

Sonstige Straftatbestände

In Folge werden noch stichprobenhaft Straftatengruppen dargestellt, welche sich im Kalenderjahr 2025 im Dienstgebiet der Polizeiinspektion Mayen ereigneten.

"Widerstand und tätlicher Angriff gegen die Staatsgewalt" wurde in Einsatzlagen handelnden Polizeikräften im Bereich der PI Mayen in 2025 - 23 mal (26 2024) entgegengebracht.
Glücklicherweise wurden bei den Fällen keine Polizistinnen oder Polizisten so verletzt, dass sie Ihren Dienst nicht fortsetzen konnten.

Sonstige Straftaten

55 (45 - 2024) Straftaten des Hausfriedensbruchs,
19 ( 9 - 2024) Brandstiftungen - auch fahrlässige -,
193 (186 - 2024) Beleidigungen und
354 (305 - 2024) Sachbeschädigungen (SB), davon 144 (107- 2024) SB an Kfz,
94 ( 98 - 2024) auf Straßen und Plätzen, meist öffentliche Einrichtungen mussten aufgenommen und bearbeitet werden.

Betäubungsmittelkriminalität (BTM)
51 (2024 -101) Verfahren mussten allein durch die Schutzpolizei abschließend bearbeitet werden. Hierin sind insbesondere Verfahren aus bekanntgewordenem Besitz von Betäubungsmittel zur Anzeige gebracht.

Straßenkriminalität

Mit 473 (491) Ermittlungen im Bereich der Straßenkriminalität gab es einen leichten Rückgang der Zahlen im Vergleich zum Vorjahr. Diese Delikte, wie Sachbeschädigung auf öffentlichen Wegen, Straßen und Plätzen, Körperverletzungen und weitere Taten im öffentlichen Raum, bilden mit 16,15 % aller Straftaten immer noch einen Schwerpunkt der polizeilichen Ermittlungs- aber auch Präventionsarbeit

Zur Aufklärung der allgemeinen Straßenkriminalität wird dem Slogan

"Bürger und Polizei wir brauchen uns"

eine ganz besondere Bedeutung zugemessen. Nur im gegenseitigen vertrauensvollen Miteinander kann ein sozialadäquates Zusammenleben erreicht und gefestigt werden. Kein Bürger muss sich selber in Gefahr bringen, sollte sich aber nicht scheuen Beobachtungen, die im Zusammenhang mit der Begehung von Straftaten stehen könnten, der Polizei mitzuteilen. Jeder kann irgendwann im Leben Opfer einer Straftat werden und

"Wer nichts tut macht mit"

sollte deshalb keinen Platz in unserer Gemeinschaft haben.

Eine Vielfalt von Tipps, Beratungs- und Hilfsangeboten können durch Nachfrage bei der Polizeiinspektion Mayen zu unterschiedlichen Themen der Vermeidung und Bekämpfung von Straftaten erlangt werden. Ein umfassendes Angebot der polizeilichen Prävention bietet auch der Internetauftritt der polizeilichen Beratung, http://www.polizei-beratung.de/.

Mit freundlichen Grüßen

Lothar Rink

Erster Polizeihauptkommissar

Rückfragen bitte an:

Polizeiinspektion Mayen

Telefon: 02651-801-0


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