Archivierter Artikel vom 08.01.2021, 20:29 Uhr
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Koblenz/Kreis Ahrweiler

Maskenbetrug: Freispruch für Sinziger

Überraschende Wende im Prozess um den mutmaßlichen Betrug mit rund einer Million Corona-Schutzmasken für mehr als drei Millionen Euro: Das Landgericht Koblenz hat gestern das Verfahren gegen einen 26-jährigen Mann von der Rheinschiene vorläufig eingestellt. Begründung der Strafkammer: Nachzuweisen, dass der Sinziger während der Corona-Pandemie als Mitglied einer Bande gewerbsmäßig und gemeinschaftlich mit weiteren Bandenmitgliedern am Abschluss von Kaufverträgen über die Lieferung von Corona-Schutzmasken, die Mängel hatten und nicht den FFP2-Standart erfüllten, sei nur „sehr bedingt möglich“, befand Richterin Monika Fay-Thiemann. Der Berufssportler, der seit geraumer Zeit bereits in Untersuchungshaft schmorte, konnte daraufhin das Landgericht als vorläufig freier Mann verlassen.

Ein Schlussstrich unter den Corona-Prozess ist damit noch nicht gezogen. Ein zweiter Anklagepunkt wird weiterverhandelt. Der 26-Jährige soll sich mit falschen Angaben eine „Corona-Soforthilfe“ von 9000 Euro zu Unrecht erschlichen haben. Diesen Vorwurf hatte der junge Mann zum Prozessauftakt am 22. Dezember bereits eingeräumt.