Archivierter Artikel vom 01.11.2019, 19:51 Uhr

Kommentar: Jede Möglichkeit für saubere Energie nutzen

Im windigen März und im sonnigen Juni entstand mehr als die Hälfte des in Deutschland produzierten Stroms aus erneuerbaren Energien. In jedem Monat wurde die 40-Prozent-Marke gerissen. Das darf man feiern, es ist ein Riesengewinn für die Umwelt: keine Abgase, Hunderte Millionen Tonnen CO2 eingespart!

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Jochen Magnus

Jochen Magnus zur Verbesserung des Klimas

Man darf den Rekord feiern, sich aber nicht auf ihm ausruhen. Denn der Ausbau der Erneuerbaren stockt jetzt: Die Windkraft wird von Bedenkenträgern allerorten ausgebremst, meist nach dem Motto: „Wir sind ja dafür – aber bitte nicht in unserer Nähe.“ Mal stört die Optik, mal der Schall, hier brütet der Rotmilan, dort flitzt die Mopsfledermaus durch die Luft, es finden sich stets Gründe. Wichtig ist natürlich, dass Tierpopulationen erhalten bleiben, aber es darf nicht jedes Tierschicksal dramatisiert werden. Das machen wir sonst auch nicht, wenigstens nicht die Fleischesser unter uns. Und natürlich müssen Abstände zur Bebauung geregelt, müssen auch hier Kompromisse geschlossen werden. Mit gutem Willen lassen sich alle wirklichen und scheinbaren Probleme der Windkraft lösen.

Das ist nötig, denn um das Klima zu retten und ein Vorbild zu sein, brauchen wir noch viel, sehr viel mehr Ökostrom als heute. Nur so lassen sich Wärmepumpen für Heizung und Wasser sinnvoll betreiben, wenn Öl- und die kaum umweltverträglicheren Gasheizungen ausgemustert werden. Nur so gibt es guten Strom für E-Autos und die heraufziehende Wasserstoffwirtschaft. Wir müssen jede natürliche Quelle und jede gute Idee nutzen und nichts verteufeln: Wind, Sonne, Biomasse, Stromspeicher, Verteilnetze und Reservekraftwerke. Hier – und auch nur hier – ist Gas eine gute Alternative.

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