Archivierter Artikel vom 02.12.2013, 07:35 Uhr
Mainz

Borussia-Sieg: Jürgen Klopp entschuldigte sich sogar

Das 150. Bundesligaspiel als Trainer des FSV Mainz 05 wird Thomas Tuchel in Erinnerung bleiben. Selten haben seine Bundesligafußballer derart stark gespielt und dennoch verloren wie bei diesem 1:3 (0:0) in der ausverkauften Coface Arena gegen das europäische Spitzenteam von Borussia Dortmund. „Wir haben eine außergewöhnlich gute Leistung gebracht und wurden dafür nicht nur nicht belohnt, sondern auch noch bestraft“, erklärte der 40-Jährige. Der sogar spaßig verlangt hatte, der Kollege Jürgen Klopp möge sich doch bitte für diesen „glücklichen Sieg“ entschuldigen.

Jürgen Klopp entschuldigte sich sogar
Foto: dpa

Von Reinhard Rehberg

Jürgen Klopp entschuldigte sich sogar
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Der Dortmunder Trainer tat das sogar. Mit dem Hinweis: „Ich bin trotzdem total glücklich mit dem Ergebnis und mit der Spielentwicklung. Das war heute eine große kämpferische Leistung meiner Mannschaft, mehr hatte ich nicht erwartet und mehr hätte der gut organisierte Gegner heute auch nicht zugelassen“, so Klopp.

Tuchel blieb nichts anderes übrig, als das fehlende Glück zu betrauern und seiner Mannschaft eine großartige Vorstellung zu attestieren. „Wir hatten uns zugetraut, Dortmund 90 Minuten die Stirn zu bieten, wir haben sehr, sehr gut verteidigt und wir haben auch sehr gut angegriffen“, erklärte der Mainzer Fußballlehrer. „Das war nahe an dem, was wir bringen können. Wir werden diese Niederlage überleben, auch wenn es sich im Moment doppelt und dreifach bitter anfühlt.“

Respekt vor Mainzer Heimstärke

Der Champions-League-Finalist von 2013 trat in der Coface Arena eher vorsichtig an. Der Respekt war groß vor der Mainzer Heimstärke. Das bestätigte auch der langjährige 05-Profi Manuel Friedrich, der gemeinsam mit dem überragenden Innenverteidigerpartner Sokratis die Dortmunder Abwehr zusammenhielt. „Die Mainzer sind brutal im Pressing, nach jedem Ballverlust setzen sie nach, als wäre es ihre letzte Chance“, erzählte der 34-Jährige nach dem Abpfiff. „So ein Spiel geht über Kampf, nicht über Fußball spielen.“ Erik Durm (21), der zweite Ex-05er beim BVB, gab zu: „Wir wussten, wie stark die Mainzer in den ersten 20 Minuten immer sind in ihren Heimspielen, das wollten wir überstehen. Das haben wir geschafft, und dann haben wir in der zweiten Halbzeit besser gespielt und die Tore gemacht.“

Bis zur Pause waren die Mainzer die aggressivere, die dynamischere, die besser geordnete, die konstruktiver nach vorne spielende Elf. Fünf Torchancen entsprang aber „nur“ ein Lattenkopfball von Stefan Bell (42.). Nach Wiederanpfiff hatten Maxim Choupo-Moting (48.) und Shinji Okazaki (55.) kein Glück bei guten Tormöglichkeiten.

Umstrittener Strafstoß

Dann traf Pierre-Emmerick Aubameyang nach einer umstrittenen Foulentscheidung mit einem brillant gezirkelten Freistoß aus 28 Metern Entfernung zum 0:1 (70.). Nach einem Foul an Yunus Malli verwandelte Choupo-Moting den berechtigten Strafstoß zum umjubelten 1:1 (73.). Dann kam es knüppeldick. Nach einem Konter über den Turbosprinter Aubameyang verhinderte Elkin Soto vor der Torlinie per Hand den Einschlag. Rote Karte. Den Elfmeter nutzte Robert Lewandowski zum 1:2 (78.). Gegen nur noch zehn Mainzer kamen die Dortmunder in der Nachspielzeit durch einen ausgesprochen umstrittenen Strafstoß, den erneut Lewandowski ins Netz drosch, zum schmeichelhaften 3:1.