Neue ICE-Trasse vor 30 Jahren
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ICEs der Deutschen Bahn rauschen seit fast 25 Jahren über die meist parallel zur A3 verlaufende Trasse zwischen Köln und Frankfu
ICEs der Deutschen Bahn rauschen seit fast 25 Jahren über die meist parallel zur A3 verlaufende Trasse zwischen Köln und Frankfurt.
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Der Bau der neuen ICE-Strecke zwischen Frankfurt und Köln ist vor fast 30 Jahren auch zu einem Wettstreit zwischen zwei Städten geworden.

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Für die einen ein Segen, für andere eine Horrorvorstellung: Vor rund 30 Jahren wird zwischen Köln und dem Rhein-Main-Gebiet mit dem Bau der ICE-Trasse begonnen. Sechs Jahre später, im Juli 2002, folgt die Eröffnung der rund 180 Kilometer langen Strecke, die laut Deutscher Bahn als erste deutsche Neubaustrecke mit bis zu 300 Kilometer pro Stunde befahren werden kann. Für die Menschen in der Region eröffnen die beiden Haltepunkte in Limburg und Montabaur ganz neue Möglichkeiten, doch bis zu deren Eröffnung steht ein steiniger Weg bevor.

Sogar der Bau einer Magnetschwebebahn wird geprüft

Schon die Diskussion um die Trassenführung spaltet die Gemüter, denn jedes der drei beteiligten Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen will seine Interessen bestmöglich berücksichtigt wissen. Da spielen unter anderem die Anbindung der Lahntalbahn oder benachbarter Metropolregionen eine große Rolle. Die Varianten reichen vom komplett linksrheinischen über einen teils links-, teils rechtsrheinischen Verlauf bis hin zur parallel zur Autobahn A3 geplanten Trasse, die am Ende den Zuschlag erhält. In einer frühen Planungsphase Ende der 1980er-Jahre wird sogar der Einsatz einer Magnetschwebebahn geprüft, aber schnell wieder verworfen.

Thilo Hagen
Thilo Hagen hat die Entwicklungen rund um die ICE-Trasse genau verfolgt.
Jens Weber. MRV

Früh ist von einem Haltepunkt in Limburg die Rede, doch dieser kann nur schwer an den Nahverkehr angebunden werden. Auch dort werden verschiedene Varianten diskutiert. Am Ende fällt die Entscheidung für einen Bahnhof „auf der grünen Wiese“ etwa zweieinhalb Kilometer außerhalb der Innenstadt in Richtung Lindenholzhausen. Da in Limburg keine Anbindung an die Lahntalbahn und auch keine Anbindung der Region Koblenz möglich ist, rückt ein Haltepunkt in Montabaur in den Fokus, der zumindest eine schnellere Anbindung der Region Koblenz per Auto gewährleistet.

Für beide ICE-Städte gilt es sodann, die Attraktivität der Umfelder der Bahnhöfe zu steigern. In beiden Städten kommt die Idee auf, ein Factory Outlet Center (FOC) zu errichten, was an beiden Standorten für große Kritik sorgt. In Limburg entscheidet sich die Stadtverordnetenversammlung schließlich gegen die Ansiedlung eines FOC. Danach geht dort die Entwicklung des ICE-Gebiets nur schleppend voran.

FOC in Montabaur hat sich gut etabliert

Ganz anders in Montabaur: Dort bleiben die Bestrebungen, ein Outlet Center zu errichten, bestehen. Rund um den ICE-Halt kommen immer mehr Bürogebäude, Parkhäuser und trotz erheblicher Widerstände – unter anderem die Städte Limburg und Koblenz klagen gegen das Vorhaben – dann auch das FOC hinzu, das inzwischen Outlet Montabaur heißt. Dieses hat sich mittlerweile derart gut etabliert, dass es nun sogar auf die doppelte Fläche vergrößert werden soll.

Die Bahnhofsgebäude selbst führen in Limburg wie in Montabaur indes eher ein Schattendasein, keines der beiden kann noch ein Reisezentrum vorweisen, alle anderen Räume stehen ebenfalls weitgehend leer. Zumindest Limburg kann sich mit dem Alleinstellungsmerkmal schmücken, der bundesweit einzige Bahnhof zu sein, der ausschließlich von ICEs angefahren wird.

Der Autor

Thilo Hagen ist 55 Jahre alt und leitet derzeit innerhalb der Redaktion die Produktion der Lokalteile. Er arbeitet seit Mitte der 1990er-Jahre für die Rhein-Zeitung. Nach Anfängen in der Diezer Heimatsport- und Lokalredaktion und als Redakteur in der Bad Emser Redaktion wechselte er 2009 nach Koblenz, um sich dort hauptsächlich der redaktionellen Produktion der Lokalteile zu widmen. In seiner Zeit als Redakteur im Rhein-Lahn-Kreis, in der er zeitweise auch für die Region Limburg zuständig war, hat der gebürtige Niederneisener auch die beeindruckenden Entwicklungen rund um die neue ICE-Trasse aufmerksam verfolgt.

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