Mit den Heimat Europa Filmfestspielen in Simmern begeistern die Festivalmacher Jahr für Jahr Tausende Besucher, sie sind aus dem Veranstaltungskalender im Rhein-Hunsrück-Kreis nicht mehr wegzudenken. In der dritten Auflage rückten die Festivalmacher 2021 die Schwierigkeiten im Lokaljournalismus für einen Abend in den Fokus. Nach dem Dokumentarfilm „Die letzten Reporter“ gab es eine Podiumsdiskussion mit Lokaljournalisten, darunter ein geschätzter Kollege unserer Zeitung.
Der Abend bleibt für mich stellvertretend für vieles, was ich in der relativ überschaubaren Zeit im Beruf erlebt habe, in Erinnerung – als einer der letzten Reporter der Rhein-Hunsrück-Zeitung beschlichen mich wechselhafte Gefühle an diesem Abend am Fruchtmarkt, unweit der ehemaligen Redaktionsräume in der Kreisstadt.

Zum einen wegen der wirklich gelungenen Porträts der Branche und der Kollegen, in denen man viele der Eigenheiten unseres Berufsstandes wiedererkennen konnte, und die Sorgen, die uns alle gleichermaßen umtreiben. Wunderbar hat der Film aber auch rübergebracht, warum der Lokaljournalismus trotz aller Schwierigkeiten für viele Menschen ein Traumberuf bleibt und immer wieder junge Kollegen begeistern kann: Nah dran sein und Geschichten erzählen können, die Menschen bewegen, die nur Lokaljournalisten finden, wenn sie in der Region unterwegs sind.
Zum anderen aber auch wegen einer Antwort, die der erfahrene Kollege auf die Frage nach den größten Schwierigkeiten im Lokaljournalismus mit einem Augenzwinkern gab. „Die größte Herausforderung ist es, jeden Morgen jemanden zu finden, der einen ,Guten Morgen’ schreibt“, sagte er, nicht ohne danach auf die wirklich große Herausforderung zu sprechen zu kommen, die Glaubwürdigkeit der Presse zu erhalten.
Wie das zu 80 Jahre Rhein-Zeitung passt? Sicher gab es in der Geschichte immer wieder Zeiten, in denen es schwerer war. Aber ich freue mich jeden Tag, dass eine Kollegin oder ein Kollege unseren Leserinnen und Lesern auch einen „GuMo“ schreibt.
Der Autor
Philipp Lauer, Jahrgang 1988, zog es aus dem Hunsrück nach seinem Studium in Mainz 2014 für die Ausbildung zum Redakteur zur „Oberhessischen Presse“ nach Marburg. 2019 ging es mit der jungen Familie zurück in den Rhein-Hunsrück-Kreis. Seit November 2019 berichtet er für die Leser der Rhein-Hunsrück-Zeitung aus der Region, zunächst schwerpunktmäßig aus Boppard und dem Vorderhunsrück. Seit dem Spätjahr 2024 legt er als Chefreporter den Fokus auf die Kreispolitik und die Berichterstattung über Themen, die die Menschen im gesamten Kreis betreffen. Darum ist er Journalist geworden: „Die Freude am Lokaljournalismus habe ich in meinem ersten journalistischen Praktikum beim Radio entdeckt und nicht mehr verloren. Ich berichte den Lesern gern, was in ihrem direkten Umfeld passiert. Es ist mir wichtig, die Menschen darüber zu informieren, Entwicklungen einzuordnen und zu kommentieren.“


