Der Karnevalsumzug in Heimbach-Weiß ist für viele Narren der Region der Höhepunkt des Jahres. Tausende Jecken zieht es am Veilchendienstag in die Karnevalshochburg. So auch in diesem Jahr – und das trotz Regen und Kälte. Ich bin zum ersten Mal in Heimbach-Weis dabei und das gleich als Reporterin. Meine Aufgabe: den Liveticker vom Handy aus mit Bildern, Videos und Eindrücken vom Zug zu füllen – für all die, die es sich bei dem schlechten Wetter lieber daheim auf dem Sofa gemütlich machen.
Ich stehe unverkleidet mit meinem Regenponcho mitten im Getümmel und sehe die 16 dekorierten Motivwagen und eine Vielzahl an Fußgruppen an mir vorbeiziehen. Mit bester Laune bahnen sich die Jecken ihren Weg durch die Straßen, während die Besucher entlang des Zuges fleißig ihre Tüten mit Süßigkeiten füllen.

Dafür habe ich an diesem Tag keine Zeit: Im Minutentakt befülle ich den Liveticker mit Meldungen. Ich mache ein Bild von drei Damen, die als Wahrsagerinnen verkleidet sind – ihre Vorhersage: Beim Umzug im nächsten Jahr scheint die Sonne. Kaum ist das Bild mit passendem Text in den Liveticker hochgeladen, mache ich mir schon Gedanken über die nächste Meldung.
Ich beobachte meine Umgebung: Fällt mir ein besonderes Kostüm ins Auge, was machen die Narren rechts und links von mir, welches Lied läuft gerade im Hintergrund? Und da ist die nächste Idee. Ich poste eine Zeile des bekannten Liedes „Nie mehr Fastelovend“ von Querbeat, das die Karnevalisten um mich herum laut mitsingen.
Ein besonderes Erlebnis: Am Dienstag schlängelte der Veilchendienstagszug durch die Straßen von Heimbach-Weis. Unsere Reporter begleiteten das bunte Treiben in der Karnevalshochburg im Liveticker. Den gibt es hier zum Nachlesen.
So schön war der Veilchendienstagszug in Heimbach-Weis
Zwischendurch lade ich noch ein kurzes Video von einer der Musikkapellen hoch und schieße gleich darauf ein Bild von einer halb vollen Tüte mit Süßigkeiten. Plötzlich finde ich mich an der Kirche in Heimbach-Weiß wieder und nach drei Stunden fährt der letzte Karnevalswagen an mir vorbei. Ich setze eine allerletzte Meldung im Liveticker ab und blicke von meinem Handy hoch. Für die meisten Narren um mich herum geht die Party erst jetzt richtig los, doch ich mache mich auf in den Feierabend.
Die Autorin
Nina Legler, 24 Jahre alt, ist seit Juli 2025 Volontärin bei der Rhein-Zeitung. Im Zuge der Ausbildung durchläuft sie verschiedene Stationen, um alle Bereiche der Redaktion kennenzulernen. Zunächst war sie sechs Monate lange im Kreis Cochem-Zell im Einsatz. Derzeit arbeitet sie in der Redaktion, die für den Kreis Ahrweiler zuständig ist. Zuvor hat sie Onlinejournalismus in Darmstadt studiert. Darum ist sie Journalistin geworden: „Ich wollte schon immer meine Leidenschaft für das Schreiben zum Beruf machen. Gleichzeitig liegt es mir sehr am Herzen, die Geschichten der Menschen aus meiner Heimat sichtbar zu machen. Der Journalismus ermöglicht es mir, meine Region noch besser kennenzulernen und mich ständig neuen Herausforderungen zu stellen. Dabei kann ich mich sowohl persönlich weiterentwickeln als auch einen Beitrag zur Vielfalt der Stimmen in meiner Heimat leisten.“


