Bisweilen erinnerte der mehr als 20 Jahre dauernde Kampf der Bürgerinitiative (BI) „Erhaltet den Nauberg“ an die Geschichte von David und Goliath. Auf der einen Seite „normale“ Bürger, Anlieger des hochwertigen, alten Buchenwaldes im Grenzgebiet zwischen den Landkreisen Altenkirchen und Westerwald, und auf der anderen Seite ein einflussreiches Unternehmen, das für seinen geplanten Basaltabbau auf dem Höhenrücken – zumindest zeitweilig – auch Unterstützung aus der (Landes-)Politik erhielt. Doch wer das ungleiche Duell zwischen David und Goliath kennt, weiß, wie die Geschichte ausgeht: Im Mai 2024 schließlich wurde der Nauberg auf einer Fläche von rund 425 Hektar offiziell unter Naturschutz gestellt.
Kaum ein Thema hat mich während meiner bisherigen journalistischen Tätigkeit länger und häufiger beschäftigt als dieses. Erstmals kam ich beruflich Anfang der 2000er-Jahre damit in Kontakt, erlebte in der Folge viele überraschende Wendungen mit – die oftmals mit wechselnden politischen Farben in der Landesregierung in Mainz zusammenhingen. Mal schien es so, als stünde der Basaltabbau kurz bevor. Doch dann drehte sich der Wind wieder, und die BI sowie die sie unterstützenden Umweltverbände kamen ihrem Ziel ein Stückchen näher.

2020 wurde das wasserreiche Areal dann zunächst als Naturwaldreservat ausgewiesen, 2022 einstweilig unter Schutz gestellt, ehe zwei Jahre später die verbindliche Anerkennung als Naturschutzgebiet folgte. Die Freude bei den ausdauernden und engagierten Mitgliedern der BI um ihren Sprecher Klaus Wilhelm war groß, hatte man bis dahin doch etliche emotionale Hochs und Tiefs durchlebt. Die Ausweisung bezeichnete Wilhelm seinerzeit als „phänomenale Nachricht“. Der Schutz „des einzigartigen Lebensraums am Nauberg“, um den er 23 Jahre kämpfen musste, sei für ihn eine Lebensaufgabe gewesen. „Ans Aufhören habe ich nie gedacht“, so der BI-Sprecher. Die Ausdauer hat sich für ihn und seine Mitstreiter ausgezahlt.
Jubelstimmung bei der Bürgerinitiative (BI) „Erhaltet den Nauberg“: Was sich 2022 mit einer einstweiligen Unterschutzstellung angekündigt und seither weiter verfestigt hatte, wird nun endgültig Fakt: Der bewaldete Höhenrücken im Grenzgebiet zwischen den Landkreisen Altenkirchen und Westerwald wird ...
Jahrelanger Einsatz der Bürgerinitiative erfolgreich: Der Westerwälder Nauberg wird Naturschutzgebiet
Die Autorin
Nadja Hoffmann-Heidrich, Jahrgang 1978, arbeitet seit 2011 als Reporterin für die Westerwälder Zeitung, wo ihr journalistischer Weg 1997, damals noch als Schülerin, zunächst als freie Mitarbeiterin begann. Nach dem Studium der Germanistik, der Politikwissenschaft und der Allgemeinen Literaturwissenschaft in Siegen absolvierte sie ihr Volontariat bei der Mainzer Rhein-Zeitung in der Landeshauptstadt, ehe sie 2006 zunächst als Redakteurin für die Standorte Betzdorf und Altenkirchen in ihre Heimatregion zurückkehrte. Seit Jahren berichtet sie nun schwerpunktmäßig aus den Verbandsgemeinden Hachenburg und Bad Marienberg. An ihrer Leidenschaft für den Journalismus hat sich bis heute nichts geändert: „Es macht mir Freude, interessanten und immer wieder neuen Geschichten nachzuspüren und dabei vielen spannenden Menschen zu begegnen. Die Zeitung ist ein wichtiger Teil der Heimat“, sagt sie.


