Interview mit Gesellschaftern
Beständigkeit in einer schnelllebigen Welt
Gesellschafter Thoren Twer
Gesellschafter Thoren Twer
Lars Hennemann

Gesellschafter Thoren Twer setzt auch in Zukunft auf Transparenz und sorgfältige redaktionelle Arbeit. Im Gespräch mit Chefredakteur Lars Hennemann spricht er über die Bedeutung von Qualität und Wahrhaftigkeit.

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Informationen sind heute jederzeit und überall verfügbar. Aus dieser oft beliebigen Masse hebt sich die Rhein-Zeitung mit Qualität und Wahrhaftigkeit heraus und wird auch in Zukunft einen hohen Stellenwert haben. Davon zeigt sich Gesellschafter Thoren Twer im Gespräch mit Chefredakteur Lars Hennemann überzeugt.

Herr Twer, wenn man Ihnen sagt, die Rhein-Zeitung wird 80 Jahre alt, was fällt Ihnen spontan dazu ein?

80 Jahre sind eine beeindruckende Zeitspanne. Gerade in einer zunehmend schnelllebigen Welt vermittelt das auch ein Gefühl von Beständigkeit. Ich finde es schön, wenn es Institutionen gibt, die über Jahrzehnte hinweg Bestand haben und Menschen begleiten. Genauso würde es mich freuen, wenn die Rhein-Zeitung diesen Weg noch viele weitere Jahrzehnte fortsetzt.

Die Rhein-Zeitung hat einen besonderen Charakter, weil sie regional ausgerichtet ist. Welche Bedeutung hat diese Verankerung in der Region für Sie?

Regionales wird immer einen anderen Stellenwert haben als weltpolitische Themen. Ich finde beides sehr wichtig. Nur: wir erleben mittlerweile eine enorme Flut an globalen Informationen, wo vieles wieder nach kurzer Zeit in den Hintergrund rückt. Gerade deshalb halte ich regionale Berichterstattung für so wertvoll. Sie zeigt, was direkt vor der Haustür passiert. Ohne regionale Berichterstattung verschwimmt meiner Meinung nach vieles in der Masse globaler Nachrichten.

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, um diese Berichterstattung zu gewährleisten, werden allerdings immer anspruchsvoller. Welche Erwartungen haben Sie an die Politik und auch an die Gesellschaft, um diesen Journalismus weiterhin darstellen zu können?

Transparenz ist da ein wichtiges Wort. Also dass man weiterhin als Redakteur die Themen, die sowohl politisch als auch wirtschaftlich relevant sind, egal ob regional oder global, zu Papier bringen darf und kann.

Digitales und Papier sind bei der Rhein-Zeitung schon lange keine Gegensätze mehr. Wie sehen und bewerten Sie die digitalen Angebote unseres Hauses?

Ich finde die Entwicklung unserer digitalen Angebote durchaus positiv. Gerade auf unseren Social-Media-Kanälen sieht man, dass immer mehr Menschen unsere Inhalte verfolgen und mitbekommen. Gleichzeitig sehe ich keinen Widerspruch zwischen digital und Print. Persönlich lese ich zwar immer noch lieber etwas auf Papier, aber am Ende geht es darum, Menschen dort zu erreichen, wo sie Nachrichten konsumieren möchten. Und ich glaube, dass wir uns in dieser Richtung wirklich gut entwickelt haben.

Zu welchem Teil der Rhein-Zeitung greifen oder navigieren Sie besonders gerne und warum?

Mich interessiert immer der Sportteil sehr. Aber nicht irgendwie einfach nur Fußballergebnisse. Mich interessiert eher der Bericht dahinter, darin liegt die redaktionelle Qualität. Ansonsten lese ich alles, was mit der Wirtschaft zu tun hat. Außerdem möchte ich definitiv wissen, was lokal los ist. Im reinen Printmedium schaue ich sehr gerne Leserbriefe zu gewissen Themen an. Die sind dort sehr schön aufbereitet.

Welchen Wert kann die Rhein-Zeitung in all ihren Spielarten im aufwachsenden KI-Zeitalter auch für jüngere Zielgruppen haben?

Ich denke, ein immer größeres Problem wird sein, gerade für junge Menschen im KI-Zeitalter, qualitativ hochwertige Informationen zu bekommen. Denn Informationen sind heute jederzeit und überall verfügbar, doch leider oft nur in kurzer oder vereinfachter Form. Was ich aber extrem wichtig finde, ist, dass es dabei nicht an der Qualität scheitert. Es wird meiner Meinung nach nicht schwieriger im Journalismus werden, wenn man eine gute Feder hat oder ein interessantes Thema, doch die Herausforderung wird sein, Inhalte richtig einzuordnen. KI kann Informationen bündeln und aufbereiten, ersetzt aber keine sorgfältige redaktionelle Arbeit. Deshalb bin ich überzeugt, dass guter Journalismus auch in Zukunft einen hohen Stellenwert haben wird, und genau darin liegt auch unsere Stärke.

Wie wird denn die Rhein-Zeitung vor diesem Hintergrund in den nächsten Jahren ihren besonderen Charakter behalten oder behalten müssen?

Ja, „behalten müssen“ ist meiner Meinung nach das richtige Wort. Wir machen schon viel im digitalen Bereich. Wenn ich da nach links und rechts schaue, sind wir wirklich gut dabei. Und diesen Charme, den wir haben, dieses Lokale, das geht meiner Meinung nach nur durch gute redaktionelle Berichterstattung. Da ist es wichtig, die Qualität zu halten, transparent zu sein und sich auch politischen Herausforderungen zu stellen. Wenn diese drei Komponenten gegeben sind, dann glaube ich, dass wir das, was vor uns liegt, definitiv schaffen können.

Ressort und Schlagwörter

80 Jahre Zeitgeschichte

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