Uni sucht Patienten: Mit Sport Chemo besser verkraften
Mainz - Dass Sport sich für Krebskranke positiv auswirkt, ist hinreichend nachgewiesen. Die neue Studie, die Sportmediziner Prof. Perikles Simon zurzeit an der Universität Mainz durchführt, reicht über den Sport hinaus. Angestrebtes Ziel: neue diagnostische Möglichkeiten zu entwickeln, um Darmkrebs im Frühstadium festzustellen. Denn dann ist diese Krebsart häufig heilbar.
"Die Vorsorgeuntersuchungen, die heute angeboten werden, nehmen nicht viele Menschen in Anspruch", weiß Prof. Simon, Humanmediziner und Neurowissenschaftler, und äußert Verständnis dafür. Schließlich sei die Methode, eine Darmspiegelung, irgendwie nicht so sympathisch. Was am Ende der Studie stehen könnte, wäre da wesentlich angenehmer: die Erkennung von Darmkrebs im Blut des Patienten. Bisher ist die Nachweistechnik nicht genau genug für solche Diagnosen.
Sporttauglichkeit prüfen
Perikles Simon ist Fachmann für Gendoping. Für seine Erkenntnisse auf diesem Gebiet erhält er weltweite Anerkennung. Die Verbindung von Sport und Diagnostik ist ihm vertraut, komplizierte Messverfahren sind sein Metier.
Gendoping, das ist der Transport von speziellen Erbsubstanzen in (Schnupfen-)Viren in den Körper eines Sportlers, um dessen Leistungsfähigkeit zu steigern. Eine Gentherapie gegen spezielle Krankheiten läuft ähnlich ab: Gezielt werden spezielle Gene in den Organismus eingeschleust, um die Krankheit zu bekämpfen.
Gesucht werden für die Studie Darmkrebspatienten, die ihre Diagnose erhalten haben. Sie werden kostenlos auf ihre Sporttauglichkeit geprüft und sportmedizinisch untersucht, durchlaufen einen Belastungstest und erhalten dann fachmännische Beratung, welcher Sport für sie am besten geeignet ist, was unter anderem von den persönlichen Voraussetzungen, aber auch von den Vorlieben abhängt.
Es ist nachgewiesen: Wer als Krebskranker Sport treibt, dem macht die Chemotherapie meist weniger aus. Er fühlt sich weniger erschöpft, die Übelkeit ist geringer, die Blutwerte sind besser. Und falls ihm eine Operation bevorsteht, verträgt er sie besser.
Therapie auf dem Unigelände
Je nach den Ergebnissen der Untersuchungen ihrer Leistungsfähigkeit können die Studienteilnehmer an einem Sporttherapie- und Sportangebot auf dem Unigelände mitmachen. Dafür nehmen ihnen die Studienmitarbeiter zweimal Blut ab, einmal vor dem Belastungstest und einmal danach. Dieses wird nach Krebserbsubstanz durchsucht.
Denn man weiß, dass bei einer Krebserkrankung im Blut vermehrt die Gene auftauchen, die die Krankheit verursachen. Und man weiß auch, dass bei körperlicher Belastung diese Erbsubstanz um das 100-fache vermehrt ist. Warum das so ist, weiß man noch nicht. Hat die Vermehrung Einfluss auf die Metastasenbildung? Oder ist es die Folge einer Reaktion des Immunsystems? Fakt ist: Es ist das K-ras-Onkogen (ein mutiertes Gen, das zur Krebsverursachung beiträgt), das die Forscher hier im Blick haben. Parallel dazu werden gesunde Menschen als Kontrollgruppe gesucht.























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