Stadion-Krawalle: 05er Zidan trauert um Opfer in Port Said
Mainz - Mohamed Zidan, gerade neuverpflichteter Angreifer des 1. FSV Mainz 05, trauert um die Opfer der Ausschreitungen bei einem Fußballspiel in seiner ägyptischen Heimat.
Zu den Todesfällen kam es am Mittwochabend beim Spiel zwischen Al-Masry und Al-Ahly in Port Said. „Die Nachrichten und die Bilder aus meiner Heimatstadt Port Said schockieren mich, sie machen mich sehr betroffen. Al-Masry ist mein Heimatverein, für den ich lange gespielt habe, auch in diesem Stadion. Ich habe seit gestern sehr viel mit der Heimat telefoniert, meine Familie und meine Freunde, die in Port Said leben, sind von dem Unglück nicht betroffen. Meine Gedanken und mein Mitgefühl sind bei den Opfern und ihren Angehörigen“, sagt Mohamed Zidan.
71 Tote nach Stadion-Krawallen
Bei dem genannten Spiel kam es zu den blutigsten Krawallen in der ägyptischen Fußballgeschichte mit mindestens 71 Toten und 1000 Verletzten. Schuldzuweisungen richten sich vor allem gegen Polizei und Militär. Die islamistische Muslimbruderschaft kritisierte, dass die Sicherheitskräfte bei dem Fußballspiel in Port Said weggeschaut und nichts getan hätten. Andere machen bezahlte Schlägerbanden des früheren Regimes von Machthaber Husni Mubarak für den Ausbruch der Gewalt verantwortlich. Ziel sei es, die Revolution zu diskreditieren und den demokratischen Wandel zu stoppen.
Das neu gewählte ägyptische Parlament trat wegen des "Massakers" am Donnerstag in Kairo zu einer Krisensitzung zusammen. Der herrschende Militärrat verhängte drei Tage nationale Trauer. FIFA-Präsident Sepp Blatter sprach von einem schwarzen Tag für den Fußball.
Gewalt im Stadion ist häufig
Ausschreitungen von gewaltbereiten Fans untereinander oder mit der Polizei sind in ägyptischen Fußballstadien Woche für Woche an der Tagesordnung. Aber solche Gewaltexzesse und so viele Tote wie nach dem Fußballspiel in Port Said zwischen den rivalisierenden Klubs Al-Masri und der Gastmannschaft Al-Ahli aus Kairo hat es bislang nicht gegeben. Zuschauer stürmten auf den Platz und machten nach dem 3:1 der Heimmannschaft Jagd auf Spieler und Fans von Al-Ahli.
Al-Ahlis Trainer Manuel José sagte, viele Menschen seien in der Umkleidekabine gestorben. "Die Schuld hat einzig und allein die Polizei. Es waren Dutzende im Stadion, aber die waren plötzlich alle verschwunden oder haben gar nichts unternommen", sagte er dem portugiesischen TV-Sender SIC.























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