Sprengung erfolgreich: Pfaffendorfer Giftfass entschärft
Koblenz - Das Giftfass von Pfaffendorf ist gesprengt worden. Wie Beobachter berichten, gab es gegen 16.05 Uhr eine Wasserfontäne gen Himmel - dann war der Spuk vorbei. Zwei Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes hatten die Lunte angezündet und sich dann vom Sprengort entfernt. Dann gab es einen Knall. Zahlreiche Schaulustige verfolgten die Aktion.
"Durchgeführte Schadstoffmessungen in der Luft blieben alle negativ", teilt die Feuerwehr mit. Somit konnte der evakuierte Bereich zügig wieder freigegeben werden.
Feuerwehr und Ordnungsamt vermeldeten keine besonderen Vorkommnisse bei der Evakuierung des betroffenen Gebietes. Lediglich in der Adamstraße gab es kleinere Probleme mit uneinsichtigen Zeitgenossen, die ihre Wohnung nicht verlassen wollten, so die Feuerwehr.
Sehr zufrieden zeigte sich der Leiter der Feuerwehr Koblenz, Branddirektor Wolfgang Schröder, mit dem Einsatzverlauf: „Alle haben ihr Aufgaben sehr professionell und routiniert erledigt.“ Insgesamt waren an dem Einsatz circa 200 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Ordnungsamt, Polizei und Rettungsdienst beteiligt. In der Technischen Einsatzleitung bei der Berufsfeuerwehr informierten sich zu dem der Koblenzer Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig und Bürgermeisterin Marie-Theres Hammes-Rosenstein sowie der Vizepräsident der SGD Nord, David Langner, über den Einsatzverlauf.
Das Fass versetzte die Ordnungskräfte am Sonntagnachmittag in Aufregung: Am Rheinufer in Höhe der Grundschule Koblenz-Pfaffendorf kam ein so genanntes „Tarnnebelfass“ aus dem zweiten Weltkrieg zum Vorschein. Vor der Entschärfung mussten ein Teil von Pfaffendorf sowie einige Straßenzüge in der Vorstadt am linken Rheinufer evakuiert werden.
Der Kampfmittelräumdienst (KMRD) Rheinland-Pfalz hat unterdessen den Fund einer Luftmine auf der rechtsrheinischen Seite von Koblenz bestätigt. Erste Meldungen über einen zweiten Fund gab es schon vor der Sprengung des Tarnnebelfasses. Nach der Entschärfung und einer zweiten, intensiveren Begutachtung, geht der KMRD von einer großen Luftmine aus. Welche Gefährdung von dem Objekt ausgeht und ob eine Entschärfung notwendig wird, ist abschließend noch nicht geklärt.
Seit einigen Tagen bekommt die Feuerwehr viele Hinweise auf mögliche Weltkriegsrelikte im Rhein – zum einen, weil die Bevölkerung durch die Berichterstattung über die Giftfässer sensibilisiert ist, zum anderen durch den Tiefstand des Flusses.
Das Fass enthielt unter anderem die stark ätzende Chlorsulfonsäure. Trifft sie auf Wasser, kann es laut Katastrophenschutz zu Explosionen kommen. Das Tarnnebelfass lag im Wasser am Rheinufer nahe einer Grundschule. «Damit ist nicht zu spaßen. Keiner weiß, wie stark das Fass beschädigt ist», sagte der Sprecher.
























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