Schrift:

RZ-Kommentar: Mit der SPD wird es keine Einheitsschule im Land geben

Rot-Grün in Rheinland-Pfalz will keine bildungspolitische Diskussion über die Einheitsschule. Weder im Landtag noch im Land. Das ist überdeutlich spürbar. Die gesamten Redebeiträge von SPD- und Grünen-Politikern im Plenum ließen sich auf einen Nenner bringen: „Diese Debatte ist so überflüssig wie ein Kropf. Weder SPD noch Grüne wollen eine Einheitsschule in Rheinland-Pfalz.“

Die Koalitionäre stimmten stattdessen lautstark das Hohelied des Koalitionsvertrags an. Dort steht in der Tat nachzulesen: „Wir werden Realschulen plus, Integrierte Gesamtschulen (IGS) und Gymnasien in ihrer wichtigen pädagogischen Arbeit fördern.“ Ein klares Bekenntnis zur Vielfalt der Schulformen. Ist die jüngste, von den Christdemokraten in den Landtag getragene Debatte also tatsächlich unnütz?

Mag sein, dass das Wort von der „Einheitsschule“ ein Kampfbegriff aus der ideologischen Mottenkiste ist. Und wahr ist auch: Grünen-Fraktionschef Daniel Köbler, an dessen Aussage sich die Debatte entzündete, wollte garantiert nicht den Schulfrieden gefährden. Viel mehr ging es ihm um einen grünen Akzent in der seit Jahren von der SPD gestalteten rheinland-pfälzischen Bildungslandschaft.

Doch vergessen werden darf auch nicht: Köbler hat in einem mutigen und zugleich kontroversen Interview gegenüber unserer Zeitung auf die Frage nach der „einen Schule für alle“ mit Bezug auf die Grünen erklärt: „Das ist nach wie vor unser Ziel. Wir wollen es Schritt für Schritt auf mittlere Sicht erreichen.“ Rot-Grün darf jetzt also nicht so tun, als gäbe es nichts, worüber man in der Schulpolitik streiten könnte.

Denn in der Tat haben rote und grüne Bildungspolitiker nicht in allen Fragen deckungsgleiche Ansichten. Bei manchen Grünen, Linken, Gewerkschaftern und Jungpolitikern besteht durchaus der Wunsch, im rheinland-pfälzischen Bildungssystem längeres gemeinsames Lernen stärker und nachhaltiger als bisher zu ermöglichen – freilich, bei gleichzeitiger individueller Förderung. Statt der äußeren Differenzierung (nach Schulformen) soll die Binnendifferenzierung (nach Begabung und Neigung, aber unter einem Dach) gestärkt werden.

Sortieren in unterschiedliche Schulformen

Dazu gehört, dass Schüler immer später in unterschiedliche Schulformen sortiert werden. Die ganz Visionären sehen am Ende dieses Prozesses in der Tat die „eine Schule für alle“, in der Kinder und Jugendliche unabhängig von Begabungs- und Herkunftsgrenzen fürs Leben lernen.

Es wird durchaus auch rheinland-pfälzische Sozialdemokraten geben, die mit diesen Ideen sympathisieren. Doch Bildungsministerin Doris Ahnen (SPD) und auch Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) waren immer so klug, Veränderungen langsam und mit Rückkopplung an den Elternwillen umzusetzen.

1 von 2
Weiter
0.0
0,0 (0 Stimmen)

Blog: Peerenboom trifft Lob

Unser Redakteur Marcelo Peerenboom ist mit Roman Lob beim Eurovision Song Contest 2012 und berichtet von seinen Erfahrungen.

Wetter

Samstag

9°C - 25°C
Sonntag

11°C - 26°C
Montag

12°C - 25°C
Dienstag

10°C - 23°C

Umfrage

Roman Lob aus Neustadt/Wied vertritt Deutschland beim Eurovision Song Contest. Hat er eine Chance zu gewinnen?

Umfrageergebnis

Hertha BSC ist endgültig abgestiegen, Fortuna Düsseldorf spielt in der 1. Lig. Das Sportgericht hat den Einspruch der Berliner abgewiesen. Hätten Sie das "Chaos-Spiel" wiederholen lassen?

31%
56%
13%

RZ-Blog

Veranstaltungstipps

Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!

Event-Kalender

Sudoku

Sudoku  
Tägliches
Sudoku
in vier
Schwierigkeitsstufen

RZ-SERIE: Nanu?!

Anna Lampert ist
mit Kamera und Mikro
den Geheimnissen
unseres Landes
auf der Spur