Porträt: OLG-Präsident Graefen - zielstrebig und moderat im Ton
Koblenz - Mit großer Zielstrebigkeit hat Hans-Josef Graefen um das Amt des Präsidenten am Oberlandesgericht (OLG) Koblenz gekämpft - und es nach langem Konflikt zwischen Politik und Justiz auch bekommen.
Als er 2007 nicht zum Zuge kam, klagte der heute 58-Jährige gegen die Entscheidung - zunächst ohne Erfolg. 2010 kippte das Bundesverwaltungsgericht dann die Ernennung von Ralf Bartz - mit der Begründung, das Justizministerium habe die Entscheidung nicht auf tragfähige Ergebnisse gestützt. OLG-Präsident war Graefen damit aber noch nicht.
Als die Wiederbesetzung des Postens auf Eis lag, weil eine Fusion der Oberlandesgerichte Koblenz und Zweibrücken geplant war, versuchte der bekennende Frühaufsteher Graefen, diese per Vollstreckungsantrag durchzusetzen. Ende November 2011 war er am Ziel und wurde zum OLG-Präsidenten ernannt. Seitdem gibt sich Graefen, der privat dem Fußballverein TuS Koblenz die Daumen drückt, moderat im Ton. "Der Rechtsfall und der Verwaltungsrechtsstreit sind durch die Ernennung erledigt", sagte er im November der dpa. Ziel sei gewesen, dass die Stelle wiederbesetzt werde, nicht zwingend mit ihm selbst.
Graefen hat Jura in Mainz studiert und trat 1979 in den rheinland-pfälzischen Justizdienst ein. Es folgten Stationen am Landgericht Koblenz, beim Amtsgericht in Mayen sowie Abordnungen an das Oberlandesgericht Koblenz und das thüringische Justizministerium. Von 1992 bis 1995 arbeitete er für das Justizministerium in Mainz, bevor er die Leitung des Landgerichts Bad Kreuznach übernahm. Nach einer weiteren Station im Mainzer Ministerium war er von Mai 2002 bis November 2011 Präsident des Landgerichts Koblenz.
Jenseits der Justiz beschreibt sich Graefen als Musik-Liebhaber. Am liebsten hört er Pop, Klassik und "Rock von Bruce Springsteen". Der verheiratete Vater zweier Töchter sammelt Briefmarken und verbringt seine Urlaube am liebsten zuhause in Koblenz.
























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