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RZ-KORRESPONDENTENBERICHT: Nur Optimisten sehen schnelle Lösung

Für US-Präsident Obama steht in Nahost viel auf dem Spiel. M Foto: White House/Pete Souza
The White House

Obama muss kämpfen

Wie ein roter Faden zieht sich das Wort von einem dritten Camp David durch die Kommentare. Am Landsitz des US-Präsidenten in den Catoctin Mountains handelten Anwar el Sadat und Menachem Begin 1978 unter der Ägide Jimmy Carters einen Friedensvertrag zwischen Ägypten und Israel aus. An gleicher Stelle scheiterten 2000 Ehud Barak und Yassir Arafat, als Clinton sie zu einer Regelung aller offenen Streitfragen (Grenzen, Flüchtlinge, Status Jerusalems) bewegen wollte.

Auf einen Marathon in Camp David, glauben viele, läuft es auch diesmal hinaus. Im direkten Dialog werden Israelis und Palästinenser ihre Differenzen nicht ausräumen können. Am Ende bleibt dem amerikanischen Präsidenten nichts anderes übrig, als sich wochenlang persönlich einzuschalten, bei einem Kraftakt in der Waldidylle.

Populär ist ein solches Szenario nicht, jedenfalls nicht in den Vereinigten Staaten. Schon jetzt muss sich Obama in den Medien dafür kritisieren lassen, dass er die Prioritäten falsch setzt: Statt sich um Jobs zu kümmern, verschwende er seine Zeit für eine diplomatische Show. Der Aufschwung stockt, die Angst vor einer zweiten Rezession und Rekorddefiziten wird die Kongresswahlen im November bestimmen. Kümmert sich Obama zu intensiv um den Frieden im Nahen Osten, trägt es ihm zu Hause schnell den Vorwurf ein, dass er sich hoffnungslos verzettelt.

"Wenn es zu einem Engpass kommt, und dazu wird es kommen, ist es der Präsident, der die Dinge in Ordnung bringen muss", prophezeit Aaron David Miller, einer von Bill Clintons Nahost-Unterhändlern. "Begreift er wirklich, worauf er sich da einlässt?"

Deutlich optimistischer und damit fast allein auf weiter Flur klingt Martin Indyk, der unter Clinton US-Botschafter in Israel war. In den 17 Jahren seit dem Kompromiss von Oslo hätten Israelis und Palästinenser doch schon mit erschöpfender Gründlichkeit über alle Konfliktpunkte geredet, doziert der Diplomat. "Eigentlich gibt es gar nicht mehr viel zu verhandeln."

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